Eishockey
Medaillentraum lebt weiter: Die Schweiz zieht nach dem Sieg über Tschechien in den Olympia-Viertelfinal ein

Das Team von Trainer Patrick Fischer setzt sich im Viertelfinal-Playoffspiel gegen Tschechien mit 4:2 durch. Und entschädigt für den bisher unbefriedigenden Turnierverlauf.

Dan Urner
Drucken
Killian Mottet (2.v.l.) feiert mit seinen Teamkollegen den Treffer zum zeitweiligen 2:1 für die Schweiz.

Killian Mottet (2.v.l.) feiert mit seinen Teamkollegen den Treffer zum zeitweiligen 2:1 für die Schweiz.

Keystone

Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft hat sich für den bislang mediokren Turnierverlauf rehabilitiert – und zugleich einen immens wichtigen Sieg eingefahren. Das Team von Headcoach Patrick Fischer bezwang Tschechien im Playoffspiel, sicherte durch einen überzeugenden 4:2-Erfolg seinen Platz in den Viertelfinals. Wäre das Direktduell so ausgegangen wie in der Gruppenphase – dort hatten sich die Tschechen mit 2:1 nach dem Penaltyschiessen durchgesetzt– hätte es das vorzeitige Out und damit das Ende des Medaillentraums bedeutet. Im Viertelfinal trifft die Schweiz am Mittwoch auf Finnland.

Die Schweizer schienen sich dem Ernst der Lage von Beginn an bewusst zu sein, starteten sie doch überaus engagiert und druckvoll in die Partie – freilich ohne die Tschechen in ernsthafte Gefahr zu bringen. Der Weltranglisten-Sechste schlug wie im ersten Aufeinandertreffen hingegen eiskalt zu: Lukas Klok traf nach rund zehn Minuten von der blauen Linie zur tschechischen Führung. Ausgerechnet Jan Kovar, Teamkollege von Leonardo Genoni beim EV Zug, hatte dem Schweizer Goalie die Sicht versperrt.

Doppelschlag bringt die Wende

Die Nati liess sich jedoch nicht beirren und sorgte für eine Turbo-Wende innert 13 Sekunden. Zunächst staubte Andres Ambühl im Powerplay zum Ausgleich ab (15. Minute), Killian Mottet überrumpelte die Tschechen postwendend mit dem 2:1 (16.). Im Mitteldrittel erhöhte Tschechien die Schlagzahl und brachte die eidgenössische Defensive mehrfach in Verlegenheit, doch auch die Schweiz kam mehrfach zu hochstehenden Gelegenheiten – und zum dritten Treffer, zum zweiten in Überzahl. Denis Malgin erhöhte mit einem satten Slapshot (30.).

Dass das Fischer-Team die Zwei-Tore-Führung lange zu konservieren vermochte, war vor allem seinem mehrfach glänzend reagierenden Goalie Genoni zu verdanken. Trotz aller Bemühungen verpassten die Tschechen das Anschlusstor, auch weil sich die Schweizer mit eiserner Disziplin wehrten und die gegnerische Offensive zurückzubinden wussten. Raphael Diaz sorgte wuchtig für die vorzeitige Entscheidung (55.), an der auch das in doppelter Überzahl erzielte tschechische 2:4 durch Roman Cervenka nichts mehr änderte (56.). Die Schweiz überstand die abschliessende Drangphase bravourös.

Aktuelle Nachrichten