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Verletzungspech reisst nicht ab: Auch Steven Zuber fällt für die Nati aus

Die nächste Hiobsbotschaft für Murat Yakin und das Nationalteam: Steven Zuber fällt mit einer Adduktoren-Verletzung aus.

Simon Wespi
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Kann der Nationalmannschaft nicht helfen: Steven Zuber.

Kann der Nationalmannschaft nicht helfen: Steven Zuber.

Keystone

Darf das wirklich wahr sein? Die schlechten Nachrichten rund um die Schweizer Nationalspieler reissen nicht ab. Am ersten Tag des Camps vor dem wohl entscheidenden WM-Qualifikationsspiel am Freitag in Italien wird klar: Auch Steven Zuber muss verletzt absagen. Der Flügel, der sich an der EM zur grossen Schweizer Figur entwickelte, leidet an Adduktoren-Problemen.

Am Wochenende absolvierte Zuber für seinen neuen Verein AEK Athen das Meisterschaftsspiel bei Apollon Smyrnis über 90 Minuten. Danach bemerkte er Probleme, war indes zuversichtlich, dass die Schmerzen abklingen würden in den nächsten Tagen. Die Untersuchungen im Nati-Camp zeigten nun: Ein Einsatz gegen Italien und Bulgarien ist unrealistisch. Der 30-jährige Zuber hat das Team bereits verlassen. Yakin verzichtet für den Moment darauf, jemanden nachzunominieren. Schon am Wochenende fielen mit Breel Embolo, Nico Elvedi, Christian Fassnacht und Gregor Kobel vier Spieler aus. Zudem fehlen Captain Granit ­Xhaka und Stürmer Haris Seferovic verletzt.

Man kann gewiss nicht behaupten, Murat Yakin sei während seines ersten Herbstes als Nationaltrainer vom Glück verfolgt. Bereits im September musste er in den Spielen gegen Italien und Nordirland (jeweils 0:0) auf Xhaka, Embolo, Shaqiri und Gavranovic verzichten. Yakin selbst gibt sich alle Mühe, weiter Zuversicht zu verbreiten. «Wir müssen mit den Verletzungen leben, so ist das manchmal im Fussball. Wir können es sowieso nicht ändern. Es wartet eine grosse Herausforderung auf uns – aber wir haben alle Chancen, sie zu bewältigen.»

Von Anspannung oder Frustration ist bei Yakin in Lugano jedenfalls nichts zu sehen. Am Ende des Trainings plaudert er noch ein paar Minuten mit dem ehemaligen Nati-Star Kubilay Türkyilmaz. Manch einer im Publikum witzelte, Yakin frage «Kubi» angesichts der Personalnot wohl, ob er nicht seine Schuhe nochmals schnüren könne.

Italiens schlimme Erinnerungen als Schweizer Hoffnung

Damit fehlen der Schweiz in Rom und drei Tage später in Luzern fünf Spieler, die in den EM-Spielen gegen die Türkei und Frankreich noch zu den Stützen gezählt haben. Die Frage ist, bei allem Optimismus, ob die Absenzen in der Summe nicht irgendwann zu schwer wiegen. Vielleicht. Aber daran mag im Schweizer Lager verständlicherweise niemand denken. Und auch nicht an die komplizierte Barrage mit Halbfinal und Final (im März 2022, jeweils ohne Rückspiele), welche die Nati überstehen müsste, um als Gruppenzweiter doch noch an die WM zu kommen.

Lieber erwähnt Murat Yakin eine andere Geschichte. «Klar ist: Wir werden ohne Druck aufspielen können. Für Italien wird das anders sein.» Und dann präzisiert er: «Sie werden versuchen, ihre Vergangenheit mit der verpassten WM 2018 nach Barrage-Spielen gegen Schweden auszublenden. Aber ich bin sicher: Sobald der Schiedsrichter das Spiel am Freitag anpfeift, breitet sich diese Erinnerung in den Köpfen aus.»

Zuber ist bereits der fünfte gewichtige Spieler, der Murat Yakin nun kurzfristig nicht zur Verfügung stehen wird. Von Granit Xhaka, der bereits den gesamten Herbst ausfiel, ist gar nicht erste die Rede. Yakin verzichtet darauf, einen weiteren Spieler zu nominieren.

Chiellini und Bonucci fit

Entwarnung gibt es auf Seiten der Italiener. Giorgio Chiellini und Leonardo Bonucci verpassten beide das Meisterschaftsspiel mit Juventus gegen Fiorentina vom letzten Wochenende. Bei der Pressekonferenz am Montag gab der italienische Nationaltrainer Roberto Mancini Entwarnung: «Den beiden geht es gut.» Die Führungsspieler bilden die Innenverteidigung des italienischen Nationalteams. Die beiden Routiniers sind unbestrittene Stammkräfte und gehören zu den Leistungsträgern der Squadra Azzurra.

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