Manchester United
ManU-Legende Rooney wünscht sich Ronaldo-Abgang: «Brauchen junge und hungrige Spieler»

Zahlreiche Top-Stars, gute Individualisten, aber kein Team. Manchester United droht ein Debakel. Vereinslegende Wayne Rooney würde mit zwei Grössen brechen.

Gabriel Vilares
Drucken
Waren einst Teamkollegen bei Manchester United: Cristiano Ronaldo (links) und Wayne Rooney.

Waren einst Teamkollegen bei Manchester United: Cristiano Ronaldo (links) und Wayne Rooney.

Keystone

Aus im Champions-League-Achtelfinal, Aus in beiden Pokalwettbewerben (FA Cup und Ligapokal) und Zwischenrang sieben in der Premier League: Manchester United droht nun also überdies die internationalen Plätze zu verpassen. Es wäre der absolute Super-Gau und das trotz zahlreichen Top-Spielern.

Allen voran Cristiano Ronaldo. Der fünffache Fussballer des Jahres kam im Sommer an alte Wirkungsstätte zurück. Im «Theatre of Dreams» soll der englische Rekordmeister (20 Titel) endlich wieder von Titel träumen dürfen. 2017 stemmten die Red Devils mit dem Gewinn der Europa League, des Ligapokals und des Superpokals letztmals eine Trophäe in die Höhe. Eine lange Zeit für den stolzen Traditionsklub.

Rooney spricht Klartext

Da leidet auch Wayne Rooney mit. Der 36-jährige Engländer trug zwischen 2004 und 2017 das Trikot von United und betrachtet die Rückholaktion von Ronaldo gegenüber «Sky Sport» als gescheitert. «Wenn man in die Zukunft blickt, dann braucht man junge und hungrige Spieler. Er ist offensichtlich nicht mehr der Spieler von einst». Harsche Kritik gegenüber dem ehemaligen Mitspieler.

Rooney, der mittlerweile einen Wechsel an die Seitenlinie vollzogen hat und als Trainer beim englischen Zweitligisten Derby County amtet, attestiert Ronaldo gleichwohl einige wichtige Tore. Der Portugiese steht wettbewerbsübergreifend bei 18 Treffern und ist damit immerhin Top-Torschütze bei ManU. «Er ist zwar torgefährlich, aber was den Rest des Spiels angeht, braucht es andere Elemente.»

Auch Pogba soll weg

Ronaldo besitzt einen Vertrag für eine weitere Saison. Die ManU-Legende würde unter das Abenteuer dennoch einen Schlussstrich ziehen. Auch bei einem weiteren Star-Spieler sieht der Vereinsrekordschütze (253 Tore) Handlungsbedarf: bei Paul Pogba. «Es wäre besser, wenn er weiterziehen würde. Wenn er ehrlich zu sich selber ist, dann weiss er, dass er nicht den Einfluss hat, den er sich wünscht. Wenn er für die Nationalmannschaft spielt, ist er ein völlig anderer Spieler. Die Spielübersicht und die Kontrolle, die er dort an den Tag legt, fehlt ihm in Manchester.»

Paul Pogba hat im Mittelfeld von Manchester United nicht die gewünschte Wirkung.

Paul Pogba hat im Mittelfeld von Manchester United nicht die gewünschte Wirkung.

Keystone

Ein weiteres Problem betrifft die kurze Halbwertszeit der Trainer. Im November des vergangenen Jahres wurde Ralf Rangnick als Interimscoach installiert. Der 63-jährige Deutsche soll im Sommer die Funktion des Klub-Beraters übernehmen. Dann soll auch der Trainerposten wieder nachhaltig besetzt werden. «Ich würde mich für Mauricio Pochettino entscheiden», so der Ex-Stürmer.

Dem neuen Übungsleiter müsse man genug Zeit geben, um die Pläne umzusetzen. Seit Alex Ferguson, der während 27 Jahren an der Seitenlinie stand, habe sich kein Coach mehr etablieren können. Für die kurzfristige Zukunft sieht Wayne Rooney schwarz. «Der Verein braucht einen Neuaufbau. Das nimmt zwei, drei Jahre in Anspruch.» Dann soll der Traum eines Titels wieder leben. Mit Anthony Elanga (19), Jadon Sancho (22) und Marcus Rashford (24) stünden verheissungsvolle Namen bereit.