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«Schlampige United» wird bestraft: Die internationalen Reaktionen zum YB-Sieg

Der sensationelle Sieg der Young Boys gegen Manchester United sorgt in den internationalen Medien für Furore. Die Presse in England lässt indes kein gutes Haar an der Leistung der «Red Devils» – und schiesst sich auf einen ManU-Spieler ein.

Dario Pollice, Gina Kern
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Der Führungstreffer von Cristiano Ronaldo war vergebens. Am Schluss jubelten doch die YB-Spieler.

Der Führungstreffer von Cristiano Ronaldo war vergebens. Am Schluss jubelten doch die YB-Spieler.

Keystone

Die Bild freute sich! Endlich wieder Champions League. Und auch die Deutschen hatten am Dienstagabend das Spiel in Bern im Visier. Vor dem Spiel erwischte Superstar Ronaldo eine Security-Frau am Kopf. Ronaldo rennt zu ihr, entschuldigt sich. Die Bild titelt:

«Erst Ordnerin, dann Tor! Ronaldo trifft bei United-Pleite»
Die angesprochene Situation vor dem Spiel: Ronaldo trifft eine Security-Frau am Kopf. Er entschuldigt sich bei ihr.

Die angesprochene Situation vor dem Spiel: Ronaldo trifft eine Security-Frau am Kopf. Er entschuldigt sich bei ihr.

Keystone

Die Zeitung Equipe aus Frankreich schreibt zum Spiel in Bern, dass die «Red Devils» beim ersten Spiel der Champions League gegen den vermeintlich schwächsten Gegner der Gruppe verloren hätten, bleiben aber milde mit den grossen Buchstaben:

«Manchester United beginnt mit einer Niederlage gegen die Young Boys in der Champions League.»

«CR7 reicht nicht aus», kommentiert die italienische Gazzetta dello Sport:

«Die Young Boys verderben Ronaldo den europäischen Saisonauftakt.»

Es habe zunächst gut ausgesehen für Manchester United, das nach 14 Minuten durch Cristiano Ronaldo in Führung gegangen sei. Den Wendepunkt des Spiels verortet die rosa Sportbibel in der 35. Minute, als Wan-Bissaka die rote Karte erhält. Danach hatten die Red Devils dem Ansturm von YB nichts mehr zuzusetzen.

Harsch fallen dagegen die Kommentare zum Spiel in den englischen Medien aus. Die Daily Mail spricht etwa von einer «schlampigen United», welche bestraft wurde. Die «schockierende Niederlage» erinnere dabei an die 1:2-Niederlage von ManU gegen Basaksehir in Istanbul im vergangenen November und dem Ausscheiden aus der Champions League.

«Abgeschossen in der Schweiz» titelt die Daily Mirror. Ein «massiver Fehler» von Jesse Lingard und eine rote Karte stellten sich für die Red Devils als kostspielig heraus. Das Fazit des Boulevardblattes:

«Das Enttäuschende für United ist, dass der Siegtreffer der Young Boys völlig vermeidbar war, sie hätten nur die Nachspielzeit überstehen müssen».

Die BBC schreibt auf ihrer Website von einem «unterhaltsamen Spiel», in dem es so aussah, als könne ManU einen Punkt sichern, bis der Fehler von Lingard den YB-Siegtreffer ermöglichte:

«Die heimischen Fans feierten ausgelassen, während Ole Gunnar Solskjaer über eine Leistung nachdenken musste, bei der United nur zwei Schüsse abgab.»

Das seien die wenigsten Schüsse gewesen, die in den 138 Champions-League-Spielen seit 2003/04 gezählt wurden.

The Guardian fokussiert ebenfalls auf das «Geschenk» von Jesse Lingard, das YB zum Sieg verhalf. Während die Feierlichkeiten in der «verschlafenen Schweizer Stadt» bis tief in die Nacht dauerten, sei das Spiel für ein «erschöpftes und abgelenktes» United eine Erinnerung gewesen, dass trotz der neuen Talente einige «altbekannte Schwächen» bestehen blieben.

The Sun lässt ebenfalls kein gutes Haar an Jesse Lingard und seinen «Horror-Pass». ManU habe sich «komplett selbst zerstört» nachdem man zunächst mit Cristiano Ronaldo in Führung gegangen sei. Die Träume von Coach Solskjaer, Europa wieder zu dominieren, hätten in Bern mit einem «Alptraum» begonnen.

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