Ski alpin
Dave Ryding gewinnt sensationell in Kitzbühel, Meillard bei «Einfädel-Festival» Siebter

Dave Ryding feiert beim kuriosen Slalom auf dem Ganslernhang seinen ersten Weltcupsieg. Loïc Meillard und Marc Rochat fahren in die Top Ten, gleich vier Schweizer scheiden – wie viele andere – aus.

Dan Urner
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Dave Ryding feiert seinen Slalom-Triumph in Kitzbühel.

Dave Ryding feiert seinen Slalom-Triumph in Kitzbühel.

Keystone

Auf dem Kitzbüheler Ganslernhang hatte sich ein erbitterter Dreikampf zwischen dem Italiener Alex Vinatzer, dem Franzosen Clément Noël und dem Norweger Sebastian Foss-Solevaag angebahnt, immerhin hatten die drei Fahrer nach dem ersten Lauf bloss neun Hundertstelsekunden getrennt. Doch für alle drei Hoffnungsträger erwies sich der zweite Durchgang als Albtraum: Noël (15.) und Vinatzer (18.) fielen nach Fehlern weit zurück, Foss-Solevaag schied gar gänzlich aus.

Stattdessen war die grosse Bühne ganz Dave Ryding vorbehalten: Der Brite hievte sich durch einen vortrefflichen zweiten Lauf von Platz sechs auf die Spitzenposition – und feierte im Alter von 35 Jahren seinen unverhofften wie umjubelten Premierensieg im Weltcup. Die Plätze zwei und drei belegten die Norweger Lucas Braathen (+ 0.38 Sekunden) und Henrik Kristoffersen (+ 0.65); Letzterem glückte ein sagenhafter Sprung von Zwischenrang 24.

Zu einer Top-Platzierung hatte sich indes auch Marc Rochat angeschickt, hatte sich der Waadtländer durch einen fulminanten ersten Lauf doch auf den fünften Zwischenrang klassiert. Im zweiten Durchgang ging dem 29-Jährigen jedoch der nötige Schwung ab, er fiel auf Position acht zurück (+ 0.96) – weiterhin ein wahrlich zufriedenstellendes Resultat.

Kam als bester Schweizer auf Rang sieben: Loïc Meillard.

Kam als bester Schweizer auf Rang sieben: Loïc Meillard.

Keystone

Ansonsten war Loïc Meillard der einzige Schweizer, der seine Normalform zumindest andeutete. «Es gibt Teile, wo ich Zeit verliere, und ich weiss nicht, wieso», erklärte der technisch versierte Neuenburger im Anschluss an seine Fahrt – und spielte auf den unbefriedigenden Umstand an, dass er, obzwar er wie gewohnt wenig Fehler beging, nicht ganz mit den Schnellsten mitzuhalten vermochte. Am Ende stand immerhin Rang sieben zu Buche (+ 0.88). Luca Aerni vermochte seinen grossen Ambitionen nur bedingt Folge zu leisten: Mit seiner Leistung, die ihm den 13. Schlussrang einbrachte (+ 1.49), war der Berner nicht zufrieden: «Die letzte Präzision und das letzte Vertrauen haben gefehlt.»

Vier Schweizer scheiden aus

Symptomatisch für einen dürftigen Schweizer Kollektivauftritt: Gleich vier Swiss-Ski-Athleten schieden im zweiten Durchgang frühzeitig aus. Ramon Zenhäusern, Daniel Yule, Sandro Simonet und Noel von Grünigen fädelten allesamt unglücklich ein. Doppelt bitter: Simonet und von Grünigen brachten sich durch ihr Missgeschick um ihre ersten Weltcup-Punkte der Saison. Der zweite Lauf verkam ohnehin zu einem «Einfädel-Festival»: Nur 19 der 30 qualifizierten Athleten brachten ihre Fahrt ins Ziel.

Ursprünglich hätte der Slalom auf dem Ganslernhang erst am Sonntag vonstattengehen sollen, doch die Wetterprognose hatte die Organisatoren zu einer Vorverlegung veranlasst, die Abfahrt findet nun stattdessen einen Tag später statt. Der erwartete Niederschlag trat im Übrigen tatsächlich ein, gerade im ersten Durchgang wurde der Hang stark eingeschneit.

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