Slalom in Lenzerheide
Gisin fährt im letzten Slalom aufs Podest – Vlhova holt den Gesamt-Weltcup

Michelle Gisin fährt im letzten Slalom des Winters in Lenzerheide aufs Podest. Petra Vlhova kann sich mit dem 6. Platz den Gesamt-Weltcup sichern. Katharina Liensberger gewinnt den Slalom und auch die kleine Kristallkugel.

Gabriel Vilares
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Michelle Gisin fährt in Lenzerheide aufs Podest. Die Engelbergerin in diesem Winter zum vierten Mal aufs Slalom-Podium.

Michelle Gisin fährt in Lenzerheide aufs Podest. Die Engelbergerin in diesem Winter zum vierten Mal aufs Slalom-Podium.

Keystone

Zwei Entscheidungen fallen beim letzten Frauen-Slalom der Saison in Lenzerheide. Einerseits wird die Disziplinensiegerin gekürt und andererseits kann sich Petra Vlhova bereits mit einem 15. Platz den Gesamt-Weltcup sichern. Eine defensive Fahrt würde der Slowakin also zur grossen Kristallkugel reichen, damit würde aber die Führende in der Slalom-Wertung die Konkurrenz an sich vorbeiziehen lassen müssen.

Angriff oder Vorsicht bei Petra Vlhova? Die 25-Jährige zeigt im 1. Lauf Nerven. Bereits nach den ersten Toren unterläuft ihr ein Fehler. Bis ins Ziel findet sie nie den Rhythmus und verliert kontinuierlich Zeit. Die Reaktion im zweiten Lauf erfolgt verhalten. Mit einer grossen Portion Vorsicht fährt die Slowakin auf den 6. Rang. Das reicht für die grosse Kristallkugel, die kleine verliert sie aber an Slalom-Weltmeisterin Katharina Liensberger. Die Österreicherin deklassiert die Konkurrenz in Lenzerheide. Liensberger fliegt förmlich über die Piste, umkurvt die Slalom-Stangen wie keine andere. Die Zweitplatzierte Mikaela Shiffrin verliert 1.24 Sekunden auf die Siegerin.

«Mega stolz auf diese Saison»

Auch aus Schweizer Sicht darf gejubelt werden. Michelle Gisin kann sich im Vergleich zum 1. Lauf nochmals steigern und verbessert sich um zwei Positionen. Die überzeugende Fahrt der 27-jährigen Engelbergerin führt zum 3. Platz und zum vierten Slalom-Podest der Saison:

«Dass ich zu Hause nochmals im Slalom auf dem Podest stehen darf, ist unendlich schön. Heute hatte ich das Hundertstel-Glück auf meiner Seite, das nehme ich gerne an. Ich bin mega stolz auf diese Saison», so Gisin nach dem Rennen im Interview gegenüber SRF.

Camille Rast vergibt bereits im 1. Lauf eine bessere Klassierung. Gleich nach dem Abstossen vom Starthäuschen verliert die Walliserin den Stock aus den Fingern. Es dauert eine Weile, bis Rast den Griff wieder findet. Der 2. Durchgang ist solid und sie kann sich um drei Positionen verbessern. Weil beim Weltcup-Final nur die besten 15 mit Punkten ausgezeichnet werden, schafft es Rast mit dem 15. Platz knapp auf einen Punkterang.

Eigentlich hätten sich mit Wendy Holdener und Mélanie Meillard zwei weitere Swiss-Ski-Athletinnen für den Weltcup-Final qualifiziert. Beide befinden sich jedoch nach einer Covid-19-Erkrankung in Quarantäne. Am Sonntag bestreiten die Frauen das letzte Rennen dieses Winters. Der 1. Lauf im Riesenslalom startet um 9 Uhr.