Biblische Szenen
Seltene Wandmalereien in Zuger Altstadthaus entdeckt

Bei Sanierungsarbeiten in der Stadt Zug sind überraschend Wandmalereien aus dem 16. Jahrhundert zum Vorschein gekommen. Dargestellt ist etwa eine Szene aus der Bibel.

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Die Restauratorin an der Arbeit.

Die Restauratorin an der Arbeit.

Bild: Regine Giesecke

Die Entdeckung wurde bei Vorarbeiten im zweiten Obergeschoss eines denkmalgeschützten Altstadthauses gemacht, wie das kantonale Amt für Denkmalpflege und Archäologie am Montag mitteilte. Unter einem Wandtäfer und einer Kalktünche kamen grossflächig erhaltene Malereien zum Vorschein: «neben kunstvoll ausgeführten Tier- und Pflanzenmotiven auch aufwendige figürliche Darstellungen sowie eine Stadtansicht», heisst es weiter.

Erste Recherchen der kantonalen Denkmalpflege sowie bauarchäologische Untersuchungen deuten darauf hin, dass das Wohn- und Geschäftshaus im 16. Jahrhundert erstellt wurde. Auch die Wandmalereien dürften zu jener Zeit entstanden sein. In Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege legt nun ein Restauratorenteam immer mehr von der Ausschmückung des Raumes frei.

Malerei zeigt Christus, der zum Himmel betet

Zu einem noch unbekannten Zeitpunkt wurden die figürlichen Malereien mit Kalkfarbe übertüncht. Diese hat die Malerei über lange Zeit geschützt, deren Entfernung sei heute enorm aufwendig. Mit einem Skalpell muss die Deckschicht nun Millimeter um Millimeter von den Restauratoren von Hand freigelegt werden.

Dargestellt ist Christus am Ölberg, ein ab dem 15. Jahrhundert beliebtes Motiv, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Es zeigt den Moment, als Jesus im Garten Gethsemane, etwas ausserhalb von Jerusalems Stadtzentrum, neben den schlafenden Jüngern zum Himmel betet, bevor er am späteren Abend von Judas verraten und von Soldaten festgenommen wird. Im Hintergrund ist die Stadt Jerusalem dargestellt, vor der sich die biblische Szene abspielt. «Wandmalereien mit diesem Thema, aus dieser Zeit und in dieser eindrücklichen Qualität sind – mindestens im Kanton Zug – einmalig und dürften auch schweizweit selten sein», schreibt die Denkmalpflege. (cro/agl)

Freigelegt wurden bisher der betende Jesus mit den schlafenden Jüngern Johannes, Petrus und Jakobus.

Freigelegt wurden bisher der betende Jesus mit den schlafenden Jüngern Johannes, Petrus und Jakobus.

Bild: Regine Giesecke

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