Grosse kantonale Unterschiede
Nach Hitzesommer: Weniger Bienenvölker haben den Winter überlebt

Ein Siebtel aller Bienenvölker in der Schweiz hat den Winter nicht überlebt. Das ist leicht mehr als in den Vorjahren. Hinzu kommen weitere Völker, die bei der Auswinterung eingegangen sind.

Samuel Thomi
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Letzten Winter sind in der Schweiz etwas mehr Bienenvölker eingegangen. Das sorgt bei Imkerinnen und Imkern für Verunsicherung.

Letzten Winter sind in der Schweiz etwas mehr Bienenvölker eingegangen. Das sorgt bei Imkerinnen und Imkern für Verunsicherung.

Britta Gut

Konkret sind im vergangenen Winter 14,2 Prozent der Bienenvölker in der Schweiz eingegangen. Das ist ein Prozentpunkt mehr als im Vorjahreszeitraum, schreibt der Imkerverband Apisuisse mit Verweis auf eine Umfrage bei 1633 Bienenhaltenden am Montag in einer Mitteilung. Damit zeige sich nach drei Jahren des Rückgangs wieder ein leichter Anstieg bei den Winterverlusten. Zu diesen hinzu kommen weitere 10,9 Prozent der Völker, die sich nach der Auswinterung im Frühling nicht zu einem Wirtschaftsvolk entwickelten. Insgesamt haben Imkerinnen und Imker damit im Schnitt ein Viertel der Bienenvölker verloren.

Auffallend sind laut Apisuisse jedoch die grossen kantonalen Unterschiede im Vergleich mit dem Vorjahr. So wiesen die nördlichen Kantone Basel und Baselland, Jura, Schaffhausen sowie Neuenburg und der Solothurner Jurabogen deutlich geringere Verluste auf. Stärker von den Verlusten betroffen seien dagegen die Mittellandkantone Aargau, Zug, Zürich und Thurgau sowie das Tessin. Insbesondere in der Südschweiz hätten sich die Verluste über den Winter über die letzten drei Jahre praktisch verdoppelt. Das verunsichere die lokalen Imkerinnen und Imker sehr.

Neue und altbekannte Gefahren

Ob der aktuelle Anstieg der Winterverluste allerdings bereits eine Trendumkehr bedeute, würden erst die nächsten Winter zeigen. Aktuelle Gründe könnten laut Apisuisse das erstmals vermehrte Auftreten des Chronischen Bienenparalyse-Virus (CBPV) sein. Aber auch die zunehmend heisseren Monate Juli und August, welche die korrekte Behandlung der Bienen gegen die Varroa-Milben schwierig mache, spielen laut dem Imkerverband sicher eine zentrale Rolle bei den höheren Winterverlusten.

Denn letztes Jahr waren die Sommermonate mit Höchsttemperaturen über 30 Grad im Mittelland sehr heiss, ruft Apisuisse in Erinnerung. Dabei sei es für Imkerinnen und Imker schwierig gewesen, den optimalen Zeitpunkt für die Ameisensäure-Behandlung ihrer Bienen gegen die parasitäre Varroa-Milbe zu finden. Nachdem die Winterverluste seit dem Winter 2016/2017 immer abgenommen hatten, hatte Apisuisse deshalb ein Anstieg erwartet.

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