Naturgefahren
Schutzmassnahmen bewährten sich: Unwetter kosteten «nur» 40 Millionen

2020 fielen die Unwetterschäden in der Schweiz geringer aus als in anderen Jahren. Technische und organisatorische Massnahmen hätten sich bewährt, bilanziert das WSL.

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Gut vorbereitet: Rekruten im Einsatz auf der überschwemmten Piazza Grande in Locarno. (Archivbild)

Gut vorbereitet: Rekruten im Einsatz auf der überschwemmten Piazza Grande in Locarno. (Archivbild)

Keystone

In der 49-jährigen Datenreihe rangiere 2020 unter den zehn Jahren mit den geringsten Unwetterschäden, meldete das Institut für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) am Mittwoch. Insgesamt verursachten Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Felsstürze vergangenes Jahr rund 40 Millionen Franken Schaden. 82 Prozent der Schäden entstanden dabei durch Hochwasser, dies vor allem in den Monaten Juni bis Oktober. Nur zehn Prozent der Schäden wurden durch Rutschungen oder Felsstürze verursacht. Allerdings geht das einzige Todesopfer in der WSL-Statistik auf ein Steinschlagereignis zurück, bei dem im Oktober in Finhaut im Unterwallis ein Auto getroffen wurde.

Am stärksten von Unwettern betroffen waren 2020 die Region Luzern und das Tessin, die gleich mehrfach von Gewitter und Dauerregen und darauffolgenden Hochwassern und Rutschungen heimgesucht wurden. Dass es nicht mehr Schaden gab, lag laut WSL zum einen an längeren Trockenperioden mit wenig Niederschlag und zum anderen am guten Funktionieren der technischen und organisatorischen Schutzmassnahmen.

Ein Beispiel: Als das Tief Brigitte im Oktober Rekordniederschläge in die Schweiz führte, sperrten die Behörden in Uri die Autobahn A2 zwischen Attinghausen und Flüelen und liessen die Hochwasser führende Reuss über die Fahrbahn abfliessen. «Dadurch blieben der Region grossflächige Überschwemmungen erspart», heisst es im WSL-Bericht. Auch in Locarno seien grössere Schäden verhindert worden, indem das Gebiet in Seenähe bereits am Vortag der Überschwemmungen geräumt worden sei. (wap)

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