Umweltschutz
50-Jahre-Jubiläum: Greenpeace lädt auch in der Schweiz zum grossen Fest ein

Seit fünf Jahrzehnten engagieren sich Aktivistinnen und Aktivisten von Greenpeace mit teilweise gewagten Aktionen für mehr Umweltschutz. Nun will sich die Organisation für einmal selber feiern.

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Greenpeace-Aktivisten seilen sich etwa 2017 im Hallenstadion ab um gegen die Finanzierung von Pipeline-Projekten durch die CS zu wehren.

Greenpeace-Aktivisten seilen sich etwa 2017 im Hallenstadion ab um gegen die Finanzierung von Pipeline-Projekten durch die CS zu wehren.

Keystone

Normalerweise fallen sie auf mit Aktionen im Namen des Umweltschutzes. Doch nun wollen die Aktivistinnen und Aktivisten von Greenpeace für einmal die Aufmerksamkeit auf ihre eigene Organisation lenken. Und zwar mit einem grossen Fest zum 50. Geburtstag.

Im September 1971 segelte eine kleine Gruppe von Umweltschützern mit einem alten Fischkutter von der kanadischen Stadt Vancouver zu einer Insel vor Alaska. Sie protestierten damit gegen Atomtests der USA. «Mit dieser Aktion wurde Greenpeace geboren», schreibt die Nichtregierungsorganisation in einer Mitteilung zum 50-Jahre-Jubiläum. In der Schweiz ist der Greenpeace-Ableger 13 Jahre später in Zürich aus der Taufe gehoben worden.

Von Aktivisten zu Beiräten

Die Umweltorganisation hat einem Protestforscher zufolge in den vergangenen Jahrzehnten den Weg für viele andere Bewegungen geebnet. «Greenpeace hat mit Sicherheit eine Pionierrolle gehabt, wenn es darum geht, Protest öffentlichkeitswirksam zu inszenieren», so Simon Teune vom Institut für Protest- und Bewegungsforschung in Potsdam. Insbesondere in ihren Anfangsjahrzehnten sei die Organisation mit Aufsehen erregenden Aktionen aufgefallen - etwa mit der Blockade eines Giftmüllfrachters, der Besetzung von AKWs oder des Öltanks Brent Spar im Atlantik.

Doch inzwischen habe sich das Aktivitätsfeld von Greenpeace verbreitert, erklärt Simon Teune. «Der Fokus liegt mittlerweile stärker drauf, Expertise und Wissen in die Öffentlichkeit zu tragen.» So sitzen Vertreter der Umweltschutzorganisation inzwischen beratend in verschiedenen Gremien oder betreiben Forschung. Zwar gebe es auch weiterhin immer wieder spektakuläre Greenpeace-Aktionen. Ob dem Gewöhnungseffekt hätten diese aber «nicht mehr die gleiche Wirkung wie im letzten Jahrhundert», so der Protest- und Bewegungsforscher.

Weltweit drei Millionen Mitglieder – Jubiläumsauftakt in Zürich

Laut eigenen Angaben zählt Greenpeace weltweit inzwischen drei Millionen Mitglieder, 50'000 Freiwillige und 2500 Mitarbeitende. In der Schweiz haben die Umweltschutzorganisation 2020 gut 136'000 Menschen finanziell unterstützt. Und sie beschäftigt hierzulande laut dem jüngsten Jahresbericht gut 70 Vollzeitstellen.

Entsprechend will Greenpeace den runden Geburtstag im kommenden Jahr auch nicht nur in der Schweiz sondern weltweit feiern. In einem ersten Schritt wird die Schweizer Stiftungspräsidentin Susanne Hochuli das Jubiläum jedoch mit einem öffentlichen Fest und einer Ausstellung in der Genossenschaft Kalkbreite in Zürich eröffnen. (sat/dpa)

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