Urteil
Mehrfacher Kinderschänder William W. wird verwahrt

37 Monate Gefängnis und Verwahrung: Das Solothurner Obergericht hat am Montag die Strafe für den Wiederholungstäter William W. verschärft.

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Das Solothurner Obergericht sprach sich für eine Verwahrung des mehrfachen Kinderschänders William W. aus. (Symbolbild)

Das Solothurner Obergericht sprach sich für eine Verwahrung des mehrfachen Kinderschänders William W. aus. (Symbolbild)

Keystone

William W. ist kein unbeschriebenes Blatt: Der heute 48-Jährige wurde bereits mehrfach wegen Schändung von Kindern verurteilt. Zuletzt musste er sich am vergangenen Mittwoch vor dem Solothurner Obergericht wegen Vorfällen aus dem Jahr 2018 verantworten. Nun hat das Gericht am Montag sein Urteil verkündet: William W. muss für 37 Monate ins Gefängnis. Ausserdem hat es – wie schon früher von der Staatsanwaltschaft gefordert – eine Verwahrung angeordnet. Zudem bestätigten die Richter das lebenslängliche Tätigkeitsverbot mit Kindern.

Das Gericht verschärfte damit das erstinstanzliche Urteil des Amtsgerichts Olten-Gösgen von Ende Dezember 2020. Dieses verurteilte den Mann noch zu 30 Monaten Gefängnis. Doch dass er nach seiner Entlassung Ende 2016 aus einer stationären Massnahme in eine ambulante Massnahme trotz engmaschiger Betreuung wieder sexuell straffällig geworden war, habe gezeigt, dass solcherlei Massnahmen ihn nicht von erneutem Delinquieren abhielten. Alle Voraussetzungen für eine Verwahrung lägen nun vor, so das Gericht. Das Urteil vom Montag ist noch nicht rechtskräftig.

W. ist ein Hochrisikotäter

William W. hat gemäss zwei übereinstimmenden Gutachtern eine schwere kombinierte Persönlichkeitsstörung und eine Pädophilie nicht ausschliesslichen Typs, was einen Zusammenhang zur Delinquenz habe. Er sei ein «Hochrisikotäter». Er zeige keinerlei Störungseinsicht, Therapie bringe nichts. Bei einer Entlassung würde eine «ernsthafte Gefahr wie 2006» drohen. Das Gericht sah es als verhältnismässig an, ihn zu verwahren und die Gesellschaft zu schützen.

Das Obergericht hielt zudem fest, dass das Verfahren nicht verzögert worden sei und dass die Medien keine Vorverurteilung vorgenommen hätten, die Verteidigung hätte dies beweisen müssen. William W. blieb nach dem Urteil ruhig. Er wurde sogleich in Sicherheitshaft genommen. (chm)

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