Arbeitsmarkt
Rasche Erholung: Arbeitslosenquote sinkt auf 2,8 Prozent

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt bessert sich: Im Juni lag die Arbeitslosenquote bei 2,8 Prozent – nach 3,1 Prozent im Mai. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der offenen Stellen.

André Bissegger
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Das Gastgewerbe profitiert von den Öffnungsschritten und meldet im Juni weniger Arbeitslose als Vormonat. (Symbolbild)

Das Gastgewerbe profitiert von den Öffnungsschritten und meldet im Juni weniger Arbeitslose als Vormonat. (Symbolbild)

Keystone

In der Schweiz waren Ende Juni 131'821 Arbeitslose bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) gemeldet. Das teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Donnerstag mit. Im Vormonat waren es noch 11'145 Personen mehr. Damit sinkt die Arbeitslosenquote von 3,1 auf 2,8 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat sind es sogar knapp 18'468 Arbeitslose (-12,3 Prozent) weniger.

Gemäss Boris Zürcher, Leiter Direktion für Arbeit beim Seco, ist gut die Hälfte des Rückgangs saisonalen Faktoren geschuldet, die andere Hälfte der Konjunktur. Der deutliche Rückgang sei ein Indiz für die rasche Erholung des Arbeitsmarktes. «Diese setzt früher und stärker ein, als Anfang 2021 angenommen», sagte Zürcher. Der Rückgang sei auf breiter Front erfolgt und habe alle Personengruppen, Branchen und Regionen betroffen.

Dynamischer Arbeitsmarkt

Zürcher sprach von einer «hohen Dynamik» am Arbeitsmarkt. Die Zahl der Stellensuchenden sank um fast 11'000 auf rund 227'000. Gegenüber der Vorjahresperiode sind dies 2,9 Prozent weniger. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der beim RAV gemeldeten offenen Stellen um knapp 5'500 auf über 60'000. «Die Unternehmen schaffen Stellen und besetzen sie», sagte Zürcher. Die Dynamik zeigt sich auch bei den Langzeitarbeitslosen, die seit mehr als zwölf Monaten ohne Arbeit sind. Ihre Zahl war im Juni erstmals seit Beginn der Coronakrise leicht rückläufig.

Die Arbeitslosigkeit bei Personen zwischen 15 und 24 Jahren sank um 7,8 Prozent auf 11'763 Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht dies gemäss Seco sogar einem Rückgang um 32,1 Prozent. «Die Jugendlichen sind von einem Abschwung jeweils als erstes betroffen, profitieren dafür aber auch rasch, wenn sich die Lage bessert.» Auch die Zahl der Arbeitslosen zwischen 50 und 64 Jahren ging im Juni um 5,9 Prozent zurück.

Kurzarbeit ist rückläufig

Ein deutlicher Rückgang zeigt sich auch bei der abgerechneten Kurzarbeit im April. Über 304'000 Personen waren noch von Kurzarbeit betroffen, fast 37'000 weniger als im Vormonat. Die Anzahl der betroffenen Betriebe sank um 8 Prozent auf 41'000 und die ausgefallenen Arbeitsstunden gingen um 22,6 Prozent auf 6,1 Millionen zurück.

Aufgrund des simultanen Rückgangs aus Arbeitslosenzahlen, Stellensuchenden und Kurzarbeitsentschädigung ist Zürcher zuversichtlich, dass die positive Dynamik und die Tendenz zur Besserung anhalten werden. Das Seco korrigierte denn auch die erwartete durchschnittliche Arbeitslosenquote für 2021 von 3,3 auf 3,1 Prozent.

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