Arbeitsmarkt
Die Arbeitslosenquote in der Schweiz nimmt weiter ab

Die Arbeitslosigkeit geht erneut zurück. Nachdem die Arbeitslosenquote bereits im März rückläufig war, sinkt sie auch im April von 2,4 auf 2,3 Prozent. Als Wirtschaftsmotor erweist sich abermals das Baugewerbe.

Dario Pollice
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Die Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zählten im April 5109 weniger Arbeitslose als im März.

Die Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zählten im April 5109 weniger Arbeitslose als im März.

Matthias Jurt

Ende April waren bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) 104’391 Arbeitslose eingeschrieben. Das sind 5109 weniger als im Vormonat, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Freitag mitteilte. Auch die Arbeitslosenquote sank im April von 2,4 auf 2,3 Prozent. Bereits im Vormonat ging die Quote um 0,1 Punkte zurück. Insgesamt verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 46’888 Personen oder 31 Prozent.

Wie Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit beim (Seco), vor den Medien ausführte, hat sich der anhaltende Rückgang der Arbeitslosigkeit fortgesetzt, «wenn auch weniger stark wie in den Vormonaten». Diese Abnahme sei vor allem saisonal bedingt.

Zudem zeigte sich wie bereits im März das Baugewerbe als Antriebsmotor der Wirtschaft. In diesem Sektor ging die Zahl der Arbeitslosen um rund 1700 Personen (-15 Prozent) zurück. Aber auch der Handel und das Reparatur- und Autogewerbe verzeichneten weniger Arbeitslose. Laut Zürcher ist die Arbeitslosigkeit «in allen Branchen» rückläufig.

Zwischensaison macht Graubünden zu schaffen

Auch bei der Zahl der Stellensuchenden zeigt sich eine erfreuliche Entwicklung. Bei den RAV wurden im April 183’220 Stellensuchende registriert – das sind 10’375 weniger als im März. Ebenso nahm die Jugendarbeitslosigkeit um 7,3 Prozent ab, während sie bei den 50- bis 64-Jährigen um 4,1 Prozent zurückging.

Mit Ausnahme von Uri, Obwalden, Glarus, Appenzell Innerrhoden und Graubünden nahm in allen Kantonen die Zahl der registrierten Arbeitslosen ab. Bei Graubünden sticht vor allem die Zunahme von rund 30 Prozent ins Auge, wobei dies vor allem auf die einsetzende Zwischensaison im Gastgewerbe zurückzuführen ist.

Kurzfristig dürfte sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt nicht verändern. Zwar dämpfen der Krieg in der Ukraine und Probleme bei den Lieferketten die konjunkturellen Aussichten. Für die nächsten drei Monate lassen die Indikatoren gemäss den Experten beim Seco dennoch eine positive Entwicklung erwarten.

Überdies geht der Leiter der Direktion für Arbeit davon aus, dass die Unternehmen kaum mehr Kurzarbeitsentschädigung beantragen werden. Einzige Ausnahme dürfte die Verkehrsbranche sein.