Arbeitsmarkt
Trendwende geschafft: Arbeitslosenquote sank im März auf 3,4 Prozent

Ende März waren rund 158'000 Menschen arbeitslos gemeldet. Damit ist die Arbeitslosenquote leicht gesunken. Nach Ansicht der Ökonomen des Bundes ist die Schweiz damit über den Berg.

Reto Wattenhofer
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Der Bund meldet für März eine Arbeitslosenquote von 3,4 Prozent. (Symbolbild)

Der Bund meldet für März eine Arbeitslosenquote von 3,4 Prozent. (Symbolbild)

Donato Caspari

Gemäss Zahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) waren im März 157’968 Arbeitslose bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) eingeschrieben, 9985 weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank von 3,6 auf 3,4 Prozent. Diese Abnahme sei typisch für den Monat März, betonte Boris Zürich vom Seco am Freitag an einer Telefonkonferenz. Es sei erfreulich, dass die Pandemie dieses Muster nicht durchbrochen habe.

Der Ökonom wollte es nicht verschreien, aber das sei als «gutes Zeichen» zu interpretieren. «Der März hat die saisonale Trendwende eingeläutet.» Sobald sich die Situation stabilisiere, erwartet Zürcher einen «kräftigen Aufschwung mit steigender Beschäftigung». Die Schweiz sei insgesamt gut durch die Krise gekommen. Dank den Massnahmen des Bundes sei die Arbeitslosigkeit nicht «durch die Decke gegangen». Die Situation sei vergleichbar mit der Finanzkrise 2009.

Dank Kurzarbeit durch die Krise

Dass die Schweiz mit einem blauen Auge davon gekommen ist, verdankt sie vor allem dem massiven Einsatz der Kurzarbeit. Selbst im gebeutelten Gastgewerbe habe ein Grossteil der Beschäftigung erhalten werden können, betonte Zürcher. Auf der Höhe der ersten Welle bezogen 1,3 Millionen Personen oder ein Viertel der Beschäftigen Kurzarbeitsentschädigung. Laut jüngsten Daten waren im Januar noch rund 400'000 Personen betroffen. Im Schnitt kostete die Kurzarbeit monatlich eine Milliarde Franken.

Dank der Bundesgeldern konnte der Fonds der Arbeitslosenversicherung schuldenfrei bleiben. Die Jahresrechnung schloss mit einem Überschuss von 145 Millionen Franken ab. Für das Seco zeichnet sich jedoch eine Verschuldung in diesem Jahr ab.

Wertschöpfung im Gastgewerbe bricht ein

Die Pandemie hat im letzten Jahr dennoch ihre Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen. Das zeigt der Vergleich zum Vorjahr. Im Vergleich zu März 2020 erhöhte sich die Zahl der arbeitslosen Personen letzten Monat um 16,5 Prozent oder 22'344. Die Arbeitslosenquote lag damals bei 2,9 Prozent. Saisonbereinigt stieg sie während der Krise um einen Punkt auf 3,4 Prozent. Vor allem zu Beginn sei die Arbeitslosigkeit sehr rasch angestiegen, erklärte Zürcher.

Am härtesten getroffen hat die Krise die 15- bis 24-Jährigen. Nach Ansicht des Ökonomen hat das damit zu tun, dass die Jugendlichen weniger gut auf dem Arbeitsmarkt etabliert sind. Bei den Branchen sticht das Gastgewerbe ins Auge. Dort verdoppelte sich die Arbeitslosenquote von 4,2 auf 9,6 Prozent. Die Wertschöpfung ist laut Zürcher um 37 Prozent eingebrochen. Der Seco-Ökonom ist jedoch zuversichtlich, dass sich die Situation im Gastgewerbe rasch erholt, sofern baldige Öffnungsschritte erfolgen.