Coronakrise
Personenfreizügigkeit: Coronakrise traf Arbeitnehmende aus der EU härter

In der Coronakrise ging das tatsächlich geleistete Arbeitsvolumen in der Schweiz um 3,7 Prozent zurück. Bei EU-Staatsangehörigen betrug der Rückgang sogar 4,5 Prozent.

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Besonders stark betroffen waren Arbeitnehmende aus Süd- und Osteuropa: Sie arbeiten oft in der Gastronomie. (Symbolbild)

Besonders stark betroffen waren Arbeitnehmende aus Süd- und Osteuropa: Sie arbeiten oft in der Gastronomie. (Symbolbild)

Keystone

EU-Staatsangehörige, die im Rahmen der Personenfreizügigkeit in der Schweiz arbeiten, waren deutlich stärker von den Auswirkungen der Coronakrise betroffen als Schweizer. Ging das Arbeitsvolumen bei EU-Bürgern um 4,5 Prozent zurück, waren es bei ihren Kollegen mit Schweizer Pass nur 3,4 Prozent. Das schreibt das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco in einer am Freitag veröffentlichten Medienmitteilung zum diesjährigen Bericht des Observatoriums zum Freizügigkeitsabkommen Schweiz-EU.

Auch vom Anstieg der Arbeitslosigkeit seien EU-Staatsangehörige stärker betroffen, insbesondere die Süd- und Osteuropäer. Diese Gruppe weise hohe Beschäftigungsanteile im Gastgewerbe aus, so das Seco. Der Wanderungssaldo mit der EU nahm dessen ungeachtet nur wenig ab. Allerdings habe die angespannte Arbeitsmarktlage einen spürbaren Rückgang der Neueinwanderungen von Erwerbstätigen zur Folge gehabt.

Auch habe sich der Bestand an Kurzaufenthaltern deutlich abgebaut. Das Seco geht davon aus, dass sich mit dem Abbau von Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit die Nachfrage nach ausländischen Arbeitskräften in diesem Jahr erhole.

Im Zusammenhang mit der Coronakrise sei in dem Bericht besonders auf die Bedeutung der Personenfreizügigkeit für das Gesundheitswesen eingegangen worden, heisst es in der Mitteilung weiter. Heute seien ein Drittel der in der Schweiz tätigen Fachärzte und 31 Prozent der Allgemeinärzte EU-Staatsangehörige. Bei Physiotherapeuten, Zahnärzten und Apothekern betrage dieser Anteil einen Viertel, beim Pflegefachpersonal 19 Prozent. In den Grenzregionen seien ausserdem 34'000 Grenzgänger im Gesundheitssystem tätig. (wap)

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