Coronapandemie
Bund dämpft Prognose leicht: Wirtschaft wird erst nächstes Jahr voll durchstarten

Der Bund senkt leicht seine Prognose für die konjunkturelle Erholung. Doch wächst die Schweizer Wirtschaft in der Pandemie auch so noch immer überdurchschnittlich. Richtig durchstarten soll sie dann 2022.

Samuel Thomi
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Der wirtschaftliche Einbruch als Folge der Coronapandemie fiel weniger stark aus als gedacht. Darum sinkt nun auch das Aufholpotenzial.

Der wirtschaftliche Einbruch als Folge der Coronapandemie fiel weniger stark aus als gedacht. Darum sinkt nun auch das Aufholpotenzial.

Keystone

3,2 statt 3,6 Prozent: Geht es nach dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), dürfte die Schweizer Wirtschaft im laufenden Jahr weniger stark wachsen als noch zuletzt im Juni vorausgesagt. Diese leichte Korrektur nach unten begründet die Expertengruppe des Bundes in einer Mitteilung vom Donnerstag vorab damit, dass der wirtschaftliche Einbruch im letzten Jahr gemäss aktuellsten Daten weniger drastisch ausfiel als bislang angenommen. Dadurch verringere sich beim Bruttoinlandprodukt (BIP) auch das Aufholpotenzial.

Doch im kommenden Jahr soll sich das Wachstum laut Seco dann auf 3,4 Prozent weiter beschleunigen. Im vergangenen Juni hatte der Bund für 2022 noch mit einem leicht tieferen BIP-Wachstum von 3,2 Prozent gerechnet. Die nun bessere Prognose begründet das Seco damit, dass die «globale Konjunktur an Fahrt gewinnen» werde. Und auch Engpässe bei Vorprodukten und Transportkapazitäten sollen sich mit der weiteren Normalisierung nach dem Coronaschock vor anderthalb Jahren auflösen. Damit werde die wirtschaftliche Erholung an Breite gewinnen.

Weniger Arbeitslose, höhere Inflation

Fürs laufende Jahr erwartet die Expertengruppe des Bundes, dass sich die wirtschaftliche Erholung auch in der Schweiz fortsetzt. «Wenn auch kurzfristig etwas weniger dynamisch». Insbesondere stark exponierte Bereiche wie der internationale Tourismus dürften «zögerlicher aus der Krise finden» als bislang angenommen. Und sofern stark einschränkende Massnahmen wie Betriebsschliessungen im weiteren Verlauf der Pandemie ausblieben, sei nicht damit zu rechnen, dass die Erholung der Konjunktur in der Schweiz unterbrochen wird.

Am Arbeitsmarkt rechnet das Seco im laufenden Jahr mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 3 Prozent. 2022 soll diese dann weiter zurückgehen auf noch 2,7 Prozent. Die anhaltende wirtschaftliche Erholung werde sich nämlich «deutlich» auf den Arbeitsmarkt auswirken. Derweil erhöht der Bund seine Inflationsprognose für das laufende Jahr auf 0,5 Prozent und das kommende Jahr auf 0,8 Prozent.

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