EU-Kommission
Absprachen beim Devisenhandel: 83-Millionen-Busse für die Credit Suisse

Die UBS kommt im Kartellverfahren gegen insgesamt fünf Banken ungeschoren davon, weil sie die illegalen Machenschaften selbst gemeldet hat. Die Credit Suisse dagegen erhält eine saftige Busse.

Remo Hess, Brüssel
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Die Credit Suisse und andere Banken haben laut der EU-Kommission die Integrität des Finanzsektors untergraben.

Die Credit Suisse und andere Banken haben laut der EU-Kommission die Integrität des Finanzsektors untergraben.

Keystone

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager schickt der Credit Suisse eine saftige Rechnung: 83 Millionen Euro muss die Schweizer Bank an Strafe bezahlen, weil sie zusammen mit anderen Banken unrechtmässige Absprachen beim Devisenhandel tätigte, wie einer Medienmitteilung der Europäischen Kommission vom Donnerstag zu entnehmen ist. Insgesamt beläuft sich die Busse auf 261 Millionen Euro und trifft auch die britische Bank HSBC, die Royal Bank of Scotland (RBS) und die Barclay Bank.

Die UBS kommt derweil straffrei davon, weil sie das Kartell gegenüber der EU-Kommission aufgedeckt hatte. Im Gegensatz zu den anderen Banken, die mit der EU-Kommission kooperiert und einen Vergleich abgeschlossen hatten, durchlief die Credit Suisse das ordentliche Verfahren und bekam lediglich eine Strafmilderung von vier Prozent.

«Integrität des Finanzsektors untergraben»

Im Kern der Untersuchung standen Absprachen, die in Online-Foren getätigt wurden. Demnach tauschten die Händler sensible Informationen über ihre Kaufabsichten und Handelsstrategien bezüglich der 11 meistgehandelten Währungen direkt in einem geschlossenen Chatroom mit dem Namen «Sterling Lads» aus. Dadurch entstand eine Verzerrung des Marktes.

«Mit der Abstimmung ihres Verhaltens haben die fünf Banken die Integrität des Finanzsektors auf Kosten der europäischen Wirtschaft und der europäischen Verbraucher untergraben», kommentierte Wettbewerbskommissarin Vestager den Entscheid laut Mitteilung. Mit der Busse sei jetzt die sechste Kartelluntersuchung im Finanzsektor seit 2013 und der dritte Teil der Untersuchung im Devisenkassamarkt abgeschlossen worden, so Vestager.

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