Wirtschaft
Anteil der Frauen in Verwaltungsräten steigt leicht an

Der Frauenanteil in den Verwaltungsräten der grössten börsenkotierten Firmen ist weiter leicht angestiegen. Dennoch bleibt die Schweiz im europäischen Vergleich Schlusslicht.

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Immer mehr Frauen sitzen in Verwaltungsräten der börsenkotierten Firmen. Bei der Zurich sind sie inzwischen gar in der Mehrheit.

Immer mehr Frauen sitzen in Verwaltungsräten der börsenkotierten Firmen. Bei der Zurich sind sie inzwischen gar in der Mehrheit.

Keystone

Der Frauenanteil in den Verwaltungsräten der 20 grössten börsenkotierten Schweizer Unternehmen beträgt aktuell 29,7 Prozent. Das ist ein Plus von 2,8 Prozentpunkten respektive 10,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie die Personalvermittlerin Russell Reynolds Associates am Montag mitteilte. Erstmals weisen zudem elf der untersuchten SMI-Unternehmen eine Frauenquote von mehr als 30 Prozent aus. Damit hält neu die Mehrheit den seit Anfang Jahr vom Bund vorgegebenen Geschlechterrichtwert ein.

Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt: Die Schweiz hat bei Frauen in Aufsichts- bzw. Verwaltungsräten im vergangenen Jahr zwar weiter aufgeholt. Doch bildet sie zusammen mit Spanien noch immer das Schlusslicht im europäischen Vergleich. Den grössten Anteil Frauen haben laut Russell Reynolds börsenkotierte Konzerne aus Frankreich (45 Prozent), Norwegen (41 Prozent) und Italien (39 Prozent).

In der Schweiz erstmals in der Mehrheit sind Frauen im Verwaltungsrat der Zurich Versicherung. Sie stellen dort 6 von 11 Mitgliedern. Die tiefste Frauenquote im SMI weisen Sika und Swiss Life auf, dort liegt der Wert unter 20 Prozent.

Grösster Nachholbedarf in Geschäftsleitungen

Laut der jährlichen Erhebung von Russell Reynolds ist im vergangenen Jahr auch der Frauenanteil bei den mittelgrossen Unternehmen weiter gestiegen. Konkret stellen Frauen in den Verwaltungsräten der 30 grössten börsenkotierten Schweizer Unternehmen inzwischen einen Anteil von 29,1 Prozent. Das sind 3,5 Prozentpunkte mehr als noch 2020. Den grössten Nachholbedarf sieht der Personalvermittler nach wie vor bei den Geschäftsleitungen. Dort liegt die Frauenquote bei SMI-Unternehmen erst bei 13 Prozent und bei den mittelgrossen Unternehmen lediglich bei 11 Prozent.

Für Geschäftsleitungen Schweizer Konzerne gilt seit Anfang Jahr eine Frauenquote von mindestens 20 Prozent. Unternehmen, welche eine oder beide Quoten nicht erfüllen, werden dies ab dem Jahr 2026 offiziell begründen müssen. (sat)

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