HANDELSREGISTER
Mehr Einträge als je zuvor: Neugründer schrecken vor der Coronakrise nicht zurück

2020 wurden über 5 Prozent mehr Handelsregistereinträge verzeichnet als im Jahr davor. Für einige Unternehmer taten sich wegen der Pandemie sogar neue Geschäftsfelder auf.

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Im Jahr 2020 wurden in der Schweiz 31'000 Neuunternehmen eingetragen. (Symbolbild)

Im Jahr 2020 wurden in der Schweiz 31'000 Neuunternehmen eingetragen. (Symbolbild)

Keystone

(frh) Gemeinsam mit der Postfinance und dem LINK Institut hat das St.Galler Institut für Jungunternehmen (IFJ) im Jahr 2020 erstmalig eine «Gründerstudie Schweiz» durchgeführt. Anhand der Studie sollte untersucht werden, was hinter den Neueinträgen im Schweizer Handelsregister steckt, wie das IFJ in einer Mitteilung vom Mittwoch schreibt.

Laut der Studie beträgt der Anteil an Neuunternehmen unter den Neueinträgen im Handelsregister zwei Drittel aller Einträge. Bei knapp 47'000 Einträgen wurden rund 31'000 Neuunternehmen eingetragen. Bei den restlichen Einträgen wurde etwa ein bestehendes Unternehmen in einer neuen Rechtsform (GmbH zu AG) fortgeführt. Laut der Studie entspricht die Zahl der neuen Handelsregistereinträge im «Coronajahr» 2020 einem Plus von 5,3 Prozent, was einem Rekordwert gleichkommt.

Gut die Hälfte aller Gründerinnen und Gründer startete ihre eigene Firma laut der IFJ-Studie in weniger als sechs Monaten nach der eigentlichen Geschäftsidee. Mehr als ein Drittel der Befragten gründete die Firma innerhalb von zwei Monaten. 69 Prozent kümmerten sich alleine um den Prozess der Unternehmensgründung.

Rund ein Drittel wurde durch die Krise schlechter gestellt

Die Gründer wurden in der Studie auch nach ihren Ängsten und Sorgen befragt. Rund ein Viertel der Befragten sorgt sich um die Auftragslage, 19 Prozent gaben an, dass ihnen der administrative Aufwand, rechtliche Bestimmungen und staatliche Auflagen zu denken geben. 25 Prozent der Unternehmenden sagten, sie blickten sorglos in die Zukunft.

Die Coronapandemie setzte auch einigen Neugründern zu. Ein Drittel der Befragten gab an, wegen Corona schlechter gestellt zu sein. Auf 37 Prozent der Unternehmenden hatte die Pandemie laut der Studie keinen Einfluss. Bei anderen kurbelte die Krise das Geschäft sogar an: 13 Prozent halten in der Studie fest, dass sich durch die Pandemie neue Geschäftsfelder aufgetan haben.