Konjunkturprognose
Nach Coronalockerungen: Bund erwartet «starke Erholung» der Konjunktur

Der Bund erwartet nach den Coronalockerungen eine rasche und starke Erholung der Wirtschaft und ein Wachstum von 3,6 Prozent. Auch 2022 soll das Bruttoinlandprodukt überdurchschnittlich wachsen.

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Die Gastro-Wiedereröffnung verleiht dem Dienstleistungssektor Schub. Die Industrie hat laut Bund bereits wieder kräftig angezogen.

Die Gastro-Wiedereröffnung verleiht dem Dienstleistungssektor Schub. Die Industrie hat laut Bund bereits wieder kräftig angezogen.

Keystone

Mit den Lockerungen der Corona-Massnahmen hat in der Schweizer Wirtschaft erwartungsgemäss eine kräftige Aufholbewegung eingesetzt. Wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Dienstag in einer Mitteilung schreibt, zeichnet sich eine «schwungvolle» und «starke Erholung» der Wirtschaft ab. Die Expertengruppe des Bundes erhöht darum ihre Prognose für das Bruttoinlandprodukt (BIP) fürs laufende Jahr auf 3,6 Prozent. Damit würde das BIP bereits in der zweiten Jahreshälfte «klar über das Vorkrisenniveau steigen».

Bislang war das Seco lediglich von einem Plus von 3 Prozent ausgegangen. Und auch bei der Prognose zur Arbeitslosigkeit buchstabiert das Seco leicht zurück und geht im Jahresschnitt noch von einer Arbeitslosenquote von 3,1 Prozent aus (Prognose von März: 3,3 Prozent). Darum solle die Kurzarbeit nun «sukzessive abgebaut» werden, heisst es. Laut den Experten des Bundes soll die Schweizer Wirtschaft auch kommendes Jahr überdurchschnittlich weiterwachsen. Hierzu geht das Seco unverändert von einem BIP-Wachstum von 3,3 Prozent aus. Und die Arbeitslosigkeit soll 2022 auf 2,8 Prozent zurückgehen (Prognose von März: 3 Prozent).

Zum Jahresstart war das BIP nochmals zurückgegangen

Die Indikatoren deuteten namentlich auf weitere Zuwächse im Industrie- wie auch im Dienstleistungssektor hin, schreibt das Seco. Die Expertengruppe des Bundes gehe darum davon aus, dass das BIP der Schweiz im laufenden zweiten Quartal stark wächst. Könnten die anstehenden Lockerungsschritte wie geplant umgesetzt werden, dürfte die Konjunkturerholung laut Seco im weiteren Verlauf des Jahres an Breite gewinnen. «Insbesondere dürften sich bei Konsumbereichen, die aufgrund der Pandemie über längere Zeit stark eingeschränkt waren, erhebliche Aufholeffekte materialisieren», schreibt das Seco.

Zum Start ins neue Jahr hat die Binnenkonjunktur in der Schweiz allerdings erst nochmals etwas an Fahrt verloren. So ging das BIP im ersten Quartal um 0,5 Prozent leicht zurück, wie das Seco bereits Anfang Monat mitteilte. Gleichzeitig war die Industrieproduktion allerdings damals bereits wieder kräftig gestiegen. Im Vorquartal war das BIP zum Jahresende 2020 noch leicht um 0,1 Prozent gestiegen. (sat)

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