Luzern
Die Swiss Steel Group schafft es wieder in die schwarzen Zahlen

Der Stahlkonzern legt vor allem dank der Erholung Anfang 2021 beim Umsatz und Gewinn zu. Unsicherheiten Ende des vergangenen Jahres bremsten das Geschäft aber wieder etwas ab.

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Die Schweizer Einheit Steeltec in Emmenbrücke.

Die Schweizer Einheit Steeltec in Emmenbrücke.

Bild: Urs Flüeler / Keystone (12. März 2021)

Die Swiss Steel Group hat es letztes Jahr wieder in die schwarzen Zahlen geschafft. Nach einem negativen Konzernergebnis von über 310 Millionen Euro im 2020 resultiert nun ein Plus von 50,3 Millionen Euro im 2021. Auch der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) lag mit 191,6 Millionen Euro deutlich im Plus (Vorjahr: -68,9 Mio.). Den Umsatz hat der Luzerner Stahlkonzern auch dank höherer Preise um 39,5 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro verbessert; auch bei der Absatzmenge konnte die Swiss Steel Group mit einem Plus von 21 Prozent markant zulegen. Allerdings die Nettoverschuldung leicht um 80,6 Millionen Euro auf insgesamt 720,5 Millionen Euro.

Der Konzern profitierte letztes Jahr von der starken Markterholung nach Aufhebung der Coronamassnahmen. Die Umsätze normalisierten sich ab Anfang 2021, was vor allem auf die Nachfrageerholung in der Automobilindustrie zurückzuführen sei, heisst es in einer Mitteilung. Im Verlauf des ersten Halbjahres weitete sich dieser Trend auf den Anlagen- und Maschinenbau aus. Störungen in der Lieferkette der Automobilindustrie, die durch die Knappheit an Halbleitern ausgelöst wurden, beeinträchtigten allerdings das Auftragsvolumen im zweiten Halbjahr. Zusätzlich belasteten die in jüngster Zeit stark gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise die operative Leistung und Rentabilität der Gruppe.

Zwei tödliche Unfälle

Der Konzern berichtet zudem über einen tragischen Unfall im Werk im französischen Ugine Anfang Januar, bei dem ein 38-jähriger Mann ums Leben kam. Infolgedessen seien die Schmelz- und Giessanlagen derzeit nicht in Betrieb; sie sollen voraussichtlich erst Ende des zweiten Quartals 2022 wieder anlaufen. Anfang Oktober 2021 war es auch im Werk in Emmenbrücke zu einem Unfall gekommen, bei dem ein 55-jähriger Mann bei Rangierarbeiten tödlich verletzt wurde.

Weiter schreibt die Swiss Steel Group, dass die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs noch nicht bestimmbar seien. Vorübergehende Lieferkettenstörungen werden wahrscheinlich zumindest bis zur zweiten Jahreshälfte 2022 anhalten. Ferner hätten die extremen Preisturbulenzen und -erhöhungen auf den Energie- und Rohmaterialmärkten wieder zugenommen. Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen nun ein ein bereinigtes Ebitda im Bereich von 160 bis 200 Millionen Euro. (mim)

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