Nach Archegos-Debakel
Neuer Credit-Suisse-Präsident kündigt baldige Veränderungen an

António Horta-Osório, der neue Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse, äussert sich erstmals sich zur Zukunft der Grossbank. Er strebt einen langfristigen Wandel der Unternehmenskultur an.

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António Horta-Osório will in der Credit Suisse einen langfristigen Kulturwandel herbeiführen.

António Horta-Osório will in der Credit Suisse einen langfristigen Kulturwandel herbeiführen.

Keystone

Seit rund zwei Monaten ist António Horta-Osório Verwaltungsratspräsident bei der Credit Suisse. Nachdem die Bank mit ihren Greensill- und Archegos-Geschäften Milliardenverluste eingefahren hat, kündigt er im Interview mit der «NZZ» tiefgreifende Veränderungen an. Gewisse Schwankungen seien normal, so Horta-Osório. Doch die jüngsten Vorkommnisse gingen darüber hinaus: «Sie sind nicht akzeptabel.»

Das Risikomanagement soll deshalb «höchste Priorität» bekommen, wie der neue CS-Chef weiter ausführt. Es brauche «eine Kultur der persönlichen Verantwortung», in der jeder Mitarbeiter weiss, was er zu tun hat. Eine solche Firmenkultur zu verändern, brauche jedoch sehr lange. «Niemand sollte Wunder erwarten», sagt Horta-Osório. Doch die aktuellen Fälle hätten allen in der Bank klargemacht, dass sich etwas verändern muss. «Ich muss den Wandel also niemandem aufzwingen.»

Die Diskussion über die strategische Neuausrichtung der Bank habe derweil im Verwaltungsrat gestartet. Man befinde sich aber erst in der Anfangsphase. Mit konkreten Entscheiden könne gegen Ende des Jahres gerechnet werden, so Horta-Osório. «Dann wird es darum gehen, Beschlüsse umzusetzen und in eine klare Richtung zu gehen.» Er erwarte, dass alle als Team agieren und dass sich mit der Zeit eine «neue Kultur des Miteinanders» herausbildet. (agl)

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