Offener Brief
Rahmenabkommen: Roche und Co. machen Druck auf Bundesrat

Nach dem Scheitern des Rahmenabkommens brauche es diverse Absicherungen für die Teilnahme am EU-Binnenmarkt. Dies fordert der Branchenverband Interpharma in einem offenen Brief an den Bundesrat.

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Der Bundesrat soll die Erosion des bilateralen Wegs verhindern, fordert die Pharmabranche. (Symbolbild)

Der Bundesrat soll die Erosion des bilateralen Wegs verhindern, fordert die Pharmabranche. (Symbolbild)

Keystone

Der Bundesrat hat das institutionelle Rahmenabkommen mit der EU nach langem hin und her endgültig begraben. Für den hiesigen Pharma- und Forschungsstandort ist dies ein «herber Schlag», wie der Branchenverband Interpharma in einem am Mittwoch der Öffentlichkeit zugänglich gemachten Brief an den Bundesrat schreibt. Unterschrieben haben ihn die Schwergewichte der Branche: Jörg-Michael Rupp, Chef von Roche Pharma International, Mark Never, Head Western European Cluster bei Novartis und Katharina Gasser, Managing Director bei Biogen.

Die Wettbewerbsfähigkeit und Stärke der Schweizer Pharmabranche sei massgeblich mit der Teilnahme am EU-Binnenmarkt verknüpft, heisst es im Brief. So exportieren die Pharmaunternehmen laut dem Branchenverband fast 25 Mal so viel Produkte ins Ausland, wie sie in der Schweiz absetzen. 46 Prozent der Schweizer Pharma-Exporte gingen dabei in die EU. Täglich setzten die Firmen so 125 Millionen Franken um.

Davon profitiere die Schweizer Wirtschaft: Die Pharmaindustrie beschäftigt in der Schweiz gemäss eigenen Angaben direkt und indirekt 254’000 Menschen und erwirtschaftet 9,2 Prozent des Bruttoinlandproduktes.

Keine Erosion des bilateralen Wegs

Im Brief ruft die Pharmabranche den Bundesrat dazu auf, die Beziehung zur EU «rasch auf ein stabiles und rechtssicheres Fundament zu stellen und damit die Erosion des bilateralen Wegs zu verhindern».

Konkret fordert Interpharma rasche Absicherungen in drei Bereichen. Das Abkommen über den Abbau technischer Handelshemmnisse müsse laufend aktualisiert werden, damit Schweizer Unternehmen ihre Produkte nicht doppelt zertifizieren müssen. Die Firmen bräuchten weiterhin Zugang zu hochqualifizierten Arbeitskräften und die enge Zusammenarbeit in der Forschung müsse fortgeführt werden, heisst es.

Nun liege es am Bundesrat, rasch mit Reformen für «exzellente Rahmenbedingungen» zu sorgen, und den Zugang zu anderen Exportmärkten zu erleichtern, beispielsweise durch neue Freihandelsabkommen. (dpo)

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