Pandemiefolgen
Mehr Freizeitgäste, flexible Nutzung: Städtehotels müssen sich anpassen

Der Schweizer Städtetourismus steht aufgrund der Coronakrise vor grossen Veränderungen. Der Branchenverband rät den Hotels, sich weniger auf Geschäfts- und mehr auf Freizeitreisende auszurichten.

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Schweizer Städtehotels sollen ihre Angebote künftig stärker auf Freizeitreisende ausrichten. (Symbolbild)

Schweizer Städtehotels sollen ihre Angebote künftig stärker auf Freizeitreisende ausrichten. (Symbolbild)

Keystone

Der Verband HotellerieSuisse rechnet damit, dass die Geschäftsreisenden nicht mehr im gleichen Umfang wie vor der Pandemie in die Schweizer Städte zurückkehren werden. Das gleiche gilt für Besucher von Tagungen oder Messen. Um dem Schweizer Städtetourismus eine Perspektive zu geben, hat der Verband deshalb ein Impulspapier mit Handlungsempfehlungen und konkreten Massnahmen erarbeitet.

Die Hotels müssen sich auf eine Verschiebung von Geschäfts- hin zu Freizeitreisenden vorbereiten, heisst es im Papier, das am Donnerstag veröffentlicht wurde. Obwohl das Freizeitgeschäft mehr Aufwand und weniger Rendite bringe, müssten Städtehotels ihr Angebot vermehrt auf dieses Segment ausrichten. Ebenfalls sei es wichtig, auf die Freizeitbedürfnisse der Business-Gäste mit entsprechenden Angeboten einzugehen. So könnten längere Aufenthalte gebucht werden.

Imagekampagnen und Nachwuchsförderung wichtig

Ein weiteres Geschäftsmodell für Hotels sieht HotellerieSuisse darin, Räumlichkeiten künftig modular zu nutzen. «So können öffentliche Räume beispielsweise durch Shops oder Einrichtung von Coworking-Spaces belebt werden», schreibt der Verband. Auch könne es Sinn machen, Hotelzimmer in Longstay-Apartments umzuwandeln. Auch die Förderinstrumente des Bundes sollten sich künftig vermehrt auf den Städte- und Geschäftstourismus ausrichten, fordert der Hotelverband.

Nicht nur bei neuen Nutzungen und Angeboten brauche es Veränderungen, sondern auch flexiblere Arbeitsmodelle seien nötig, so HotellerieSuisse. «Die Krise hat den Fachkräftemangel verstärkt und das Image der Branche hat gelitten.» Imagekampagnen und Nachwuchsmarketing zählten daher in den nächsten Jahren zu den wichtigsten Aufgaben der Verbände. (agl)

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