Pilotprojekt
Kanton Graubünden tüftelt an der klimaneutralen Landwirtschaft

50 Betriebe im Kanton Graubünden testen derzeit Lösungen, wie die Landwirtschaft ihren Treibhausgas-Ausstoss reduzieren kann. Das Ziel lautet Klimaneutralität.

Drucken
Teilen
Die Tierhaltung ist der grösste Treiber von Treibhausgas-Emissionen in der Landwirtschaft. (Symbolbild)

Die Tierhaltung ist der grösste Treiber von Treibhausgas-Emissionen in der Landwirtschaft. (Symbolbild)

Keystone

Graubünden will der erste Schweizer Kanton sein, der grossflächig Lebensmittel klimaneutral produziert. Es sei ein ambitioniertes Ziel, schreibt der Kanton in einer Mitteilung vom Mittwoch. Um es zu erreichen, suchen 50 Bauernbetriebe sowie zwei kantonseigene Gutsbetriebe derzeit die besten Lösungen, um die Treibhausgas-Emissionen der Landwirtschaft senken. Die Landwirtschaft verschaffe sich dadurch einen Wissensvorsprung und einen Wettbewerbsvorteil in der Herstellung von klimaschonend produzierten Lebensmitteln, heisst es weiter.

Die Pilotbetriebe wurden aufgefordert, auf freiwilliger Basis möglichst viele Klima-Massnahmen aus einem Ideenkatalog zu testen. Vom Januar 2021 noch bis Ende November wird ihr Ausstoss an Treibhausgasen und ihr Verbrauch an fossiler Energie bilanziert. Risikoreichere, wenig erprobte Massnahmen werden dabei sowohl finanziell als auch fachlich durch den Kanton unterstützt.

Erste Erfahrungen zeigten grosse betriebliche Unterschiede, wie der Kanton in seiner Mitteilung schreibt. Die Tierhaltung und das Hofdüngermanagement seien dabei der grösste Treiber bei den Emissionen. Grosses Potenzial sehe man in der Speicherung und in der Kompensation von Treibhausgasen im Humusaufbau und in der Produktion von erneuerbarer Energie aus Biomasse und Sonne. Die definitive Auswahl der förderungswürdigen Projekte findet Ende Jahr statt. (agl)

Aktuelle Nachrichten