Suva
Versicherungsmissbrauch: Anzahl Verdachtsfälle nimmt deutlich zu

Die Suva meldet für das letzte Jahr eine deutliche Zunahme von Verdachtsfällen von Versicherungsmissbrauch. Sie verhinderte Zahlungen in der Höhe von über 12 Millionen Franken.

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Die Suva stellt fest, dass es vermehrt zu neuen Betrugsmustern kommt. (Symbolbild)

Die Suva stellt fest, dass es vermehrt zu neuen Betrugsmustern kommt. (Symbolbild)

Keystone

Wenn verunfallte Personen, Unternehmen oder Leistungserbringer wie Ärzte und Spitäler bewusst und zu Unrecht Versicherungsgelder beziehen oder Prämien hinterziehen, handelt es sich um Versicherungsmissbrauch. Die Suva hat im vergangenen Jahr 2200 entsprechende Verdachtsfälle untersucht, wie die Unfallversicherung am Montag mitteilte. Diese Zahl liegt damit 23,6 Prozent höher als im Vorjahr.

Am Ende hat die Suva in 478 abgeschlossenen Fällen den Verdacht bestätigen können. 12,6 Millionen Franken an ungerechtfertigten Bezügen konnten so laut eigenen Angaben verhindert werden. Diese Zahl ist allerdings tiefer als 2019 mit rund 17 Millionen, Laut Suva hängt dies mit den erschwerten Rahmenbedingungen in der Coronapandemie zusammen. So seien Abklärungen «teilweise schwieriger oder unmöglich» gewesen, schreibt die Unfallversicherung.

Versicherungsmissbrauch finde auf verschiedenen Ebenen statt, schreibt die Suva weiter. So komme es auch vermehrt zu neuen Betrugsmustern, unter anderem bei einem «kleinen, aber aktiven Teil von Leistungserbringern». Die Suva nennt das Beispiel eines Arztes, der neben korrekt eingereichten Rechnungen viele gefälschte Dokumente anfertigte. So habe er täglich mehr als 24 Arbeitsstunden abgerechnet und Rechnungen an Tagen ausgestellt, wo er nachweislich in den Ferien war. Der Gesamtschaden belief sich laut Suva-Mitteilung alleine für diesen einzigen Fall auf über 2,7 Millionen Franken. (agl)

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