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Andermatt Swiss Alps schreibt erstmals schwarze Zahlen

Das Corona-Jahr war für Andermatt Swiss Alps ein Rekordjahr. Die Immobilienverkäufe boomten ebenso wie die Hotelauslastungen.

Florian Arnold
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Die Andermatt Swiss Alps AG (ASA) hat 2020 Immobilien im Wert von 76,9 Millionen Franken verkauft. Dies entspricht einem Plus von rund 25 Prozent gegenüber Vorjahr, wie das Unternehmen am Mittwochmorgen mitteilte. Die Höchstmarke seit der Gründung. Ebenfalls die besten Ergebnisse seit Bestehen erzielten die beiden Hotels The Chedi Andermatt und das Radisson Blu Reussen. Dies führte dazu, dass die Andermatt Swiss Alps erstmals seit Bestehen ein positives Resultat (EBITDA, Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern) erzielte. Dieses Betrug 5,4 Millionen Franken.

Andermatt im Winter.

Andermatt im Winter.

Bild: PD, Heinz Baumann

Die Andermatt Swiss Alps Gruppe verzeichnete im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz von 154,2 Millionen (minus 8 Prozent gegenüber Vorjahr). «Der Umsatzrückgang wurde vor allem durch die Corona-Auswirkungen bei der Skiarena Andermatt-Sedrun verursacht», so das Unternehmen. Das höhere EBITDA sei durch die höhere Auslastung der Hotels, Effizienzsteigerungen und ein besseres Yield Management in allen Business Areas zurückzuführen.

Vielfalt des Angebots schein zu ziehen

Vom Projektstart 2007 bis Ende 2020 wurden insgesamt über 1,2 Milliarden Franken investiert. Die Immobilienverkäufe beliefen sich 2020 auf 76,9 Millionen (Vorjahr 61,6 Mio.). Dies entspricht einer Zunahme von rund 25 Prozent. Die Nachfrage ist damit auf Rekordniveau gestiegen. «Die hohe Nachfrage ist insbesondere auf die Vielfalt und Attraktivität des Angebots zurückzuführen», heisst es in der Mitteilung weiter.

«Die Wohnungen der im Sommer 2020 lancierten Apartmenthäuser Frame und Alma waren innert weniger Wochen mehrheitlich verkauft. Das gleiche gilt für die im März 2021 lancierten Häuser Koya und Altera.» Per Ende Geschäftsjahr 2020 waren somit rund 95 Prozent aller Wohnungen in den fertiggestellten und bezogenen Apartmenthäusern verkauft. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis der 2020 verkauften Wohnungen betrug 13’905 Franken. Die Verkaufspreise stiegen gegenüber dem Vorjahr in jedem Immobiliensegment: Studios, Apartments und Residenzen.

Mehr als 1000 Mitarbeitende

Die Andermatt Swiss Alps Gruppe mit den Hotels The Chedi Andermatt und Radisson Blu Reussen sowie der Bergbahngesellschaft Andermatt-Sedrun Sport AG inklusive Schweizerischer Schneesportschule beschäftigte im Jahr 2020 mehr als 1000 Mitarbeitende – hauptsächlich in den Kantonen Uri (Andermatt und Altdorf) und Graubünden (Sedrun). Im Jahresdurchschnitt ist die Andermatt Swiss Alps Gruppe Arbeitgeberin für 565 Vollzeitstellen.

Das Fünf-Sterne-Deluxe-Hotel The Chedi Andermatt war 2020 wegen der Schliessung aufgrund von Corona knapp elf Monate geöffnet. Es erzielte 2020 eine Ganzjahresauslastung von 69 Prozent (Vorjahr 54 Prozent). Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um rund 16 Prozent auf 34,5 Millionen Franken (Vorjahr 29,8 Mio.). Die Zahl der Gäste nahm um gut 17 Prozent auf 55'242 zu (Vorjahr 47'029). «Diverse Auszeichnungen wie das höchste Rating des Forbes Travel Guide sowie der Michelin Stern für das Restaurant The Japanese by The Chedi Andermatt auf dem Gütsch beweisen die Einzigartigkeit des Hotels und der Restaurants.» Der General Manager vom The Chedi Andermatt, Jean-Yves Blatt, wurde von Gault Millau zum Hotelier des Jahres 2020 gewählt.

Wintersaison getrübt

Das Hotel Radisson Blu Reussen konnte trotz des mehrheitlichen Ausbleibens des Gruppen- und Veranstaltungsgeschäfts den Umsatz auf 10,9 Millionen Franken (knapp 8 Prozent plus) steigern. Mit 52’500 Gästen erreichte das Radisson eine Auslastung von rund 37 Prozent.

Etwas gebremst wurde das Wachstum der Skiarena. Die Wintersaison 2019/2020 wurde am 13. März 2020 abrupt beendet. «Das Ergebnis des vom 1. Oktober 2019 bis 30. September 2020 laufenden Geschäftsjahres wurde dadurch getrübt.» Es resultierte ein gegenüber der Vorjahresperiode um 8 Prozent tieferer Umsatz von 24,6 Millionen Franken. Bei den Skierdays resultiere ein Minus von über 12 Prozent auf 411'000 Ersteintritte. «Ohne die verordnete Schliessung hätte ein Plus von rund 6 Prozent verzeichnet werden können», schreibt die ASA.

Im Winter 2020/2021 (1. Oktober 2020 bis 28. Februar 2021) ging der Umsatz als Folge der Covid-Einschränkungen (inklusive Schliessung des Skigebiets zwischen Weihnachten und Neujahr auf der Urner Seite) im Vergleich zur Vorjahresperiode um 42 Prozent zurück auf 11,4 Millionen. Die Zahl der Ersteintritte reduzierte sich um 33 Prozent auf 249'000.

Der Andermatt Golf Course verzeichnete 2020 50 Prozent mehr Einnahmen aus Greenfees.

Reservationssystem durch Corona vorangetrieben

«Die Andermatt Swiss Alps hat 2020 an der Neupositionierung gearbeitet und den Marktauftritt auf allen Ebenen erneuert», heisst es in der Mitteilung weiter. Mit der Verstärkung des Managements (unter anderem IT, Innovation, HR, Town Management) habe in verschiedenen Bereichen die Professionalisierung weiter vorangetrieben werden können. «Die Covid-Pandemie hat die Digitalisierung beschleunigt.» Mit dem im Herbst 2020 eingeführten Reservationssystem für die Gondelbahnen sei die ASA schweizweit führend.

Im Frühling 2021 erfolgte der Startschuss zu einem ehrgeizigen Bauprogramm. Es beinhaltet die Erweiterung des Sockelgebäudes (Podium) um rund 19'000 Quadratmeter .« Dies ermöglicht den Bau weiterer 16 Apartmenthäuser, Gastrobetriebe und Einkaufsmöglichkeiten.» Zudem wird mit dem Bau von zwei weiteren Häusern und dem dritten Hotel begonnen. Ende 2021 werden gegen 100 Apartments in sechs fertiggestellten Häusern den Eigentümern übergeben.

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