Luftfahrt
Flughafen Zürich verliert im ersten Halbjahr 45 Millionen Franken

Trotz Einsparungen bei Kosten und Investitionen verzeichnet die Flughafen Zürich AG auch im ersten Halbjahr 2021 einen markanten Verlust. Grund dafür sind die Folgen der Pandemie für die Luftfahrt.

Drucken
Teilen
Der Flughafen Zürich operierte auch im ersten Halbjahr 2021 tief in den roten Zahlen. (Symbolbild)

Der Flughafen Zürich operierte auch im ersten Halbjahr 2021 tief in den roten Zahlen. (Symbolbild)

Keystone

Der Verlust von 45 Millionen Franken der Flughafen Zürich AG ist deutlich höher als im letzten Jahr. Damals wurde für das erste Halbjahr ein Minus von 27,5 Millionen Franken gemeldet. 2019 hatte das Unternehmen im ersten Halbjahr noch 143,4 Millionen Franken Gewinn gemacht. Das Betriebsergebnis (Stufe Ebitda) fiel gegenüber dem Vorjahr um 12 Prozent auf 92,2 Millionen Franken tiefer aus. Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2019 entspricht dies einem Rückgang um fast 70 Prozent.

Dank dem diversifizierten Geschäftsmodell habe ein noch grösserer Verlust vermieden werden können, schreibt die Flughafen Zürich AG am Dienstag in einer Mitteilung. So habe sich das Immobiliengeschäft als stabile Einkommensquelle auch in der Krise bewährt. Dennoch: Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2020 gingen die Einnahmen um 15,1 Prozent auf 263,6 Millionen zurück. Verglichen mit dem Vorkrisenjahr 2019 beträgt der Rückgang gar 55 Prozent.

Ein Drittel weniger Starts und Landungen

Das erste Halbjahr 2021 sei für die Luftfahrtbranche herausfordernd geblieben, heisst es in der Mitteilung weiter. Der Flugverkehr habe sich nach wie vor nur bei etwa 25 Prozent des Vorkrisenniveaus bewegt. Zudem sei der Flughafen mit geschlossenen Läden und Restaurants ins neue Jahr gestartet. (wap)

Seit diesem Sommer nehme das Passagier- und Verkehrsaufkommen aber wieder zu. Konkret nutzten von Januar bis Juni 2,1 Millionen Passagiere den Flughafen Zürich, 60,5 Prozent weniger als im Vorjahr und 85,9 Prozent weniger als vor der Krise. Die Anzahl Flugbewegungen sank gegenüber Vorjahr um 32 Prozent auf rund 41'000 Starts und Landungen. Nur die Anzahl der Frachtflüge hat sich um 18,6 Prozent erhöht. Mit rund 180'000 Tonnen wurden denn auch 25 Prozent mehr Frachtgüter umgeschlagen als im Vorjahr.

Flughafen senkt Kosten – langsame Erholung zeichnet sich ab

Der Rückgang des Verkehrs schlug sich auch in einer tieferen Kostenbasis nieder. Gegenüber 2019 liege diese um 30,4 Prozent tiefer, so die Meldung. Im Vergleich zum Vorjahr seien die Betriebskosten um 16,6 Prozent auf 171,4 Millionen Franken gesunken. Dies sei hauptsächlich eine Folge tieferer Personalkosten als Folge der Kurzarbeit. Auch geringere Sicherheitskosten und allgemeine Einsparungen hätten einen Anteil. Überhaupt habe das Unternehmen Kosten und Investitionen reduziert, was bereits Wirkung zeige: «Die Liquidität der Unternehmung ist gesichert», wird CFO Lukas Brosi in der Mitteilung zitiert.

Für die Zukunft ist das Unternehmen optimistisch. Im Juli habe sich das Passagieraufkommen an Spitzentagen gegen 68'000 erhöht, was rund 60 Prozent des Vorkrisenniveaus entspreche. Bis Ende Jahr dürften die Passagierzahlen insgesamt auf die Hälfte des Vorkrisenniveaus steigen. «Wir sind überzeugt, dass sich der Luftverkehr mittelfristig erholen wird», wird CEO Stephan Widrig in der Mitteilung zitiert.

Aktuelle Nachrichten