Wertschöpfung
«Historische Rückgänge»: Sommer vermiest Landwirtschaft die Ernte

Der verregnete Sommer hat der Landwirtschaft stark zugesetzt. Neue Zahlen des Bundes zeigen nun, wie gross die Ernterückgänge sind. Dramatisch ist der Einbruch im Pflanzenbau.

Reto Wattenhofer
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Die Kartoffelernte fällt dieses Jahr mies aus. Der Produktionswert sinkt um 15 Prozent. (Archivbild)

Die Kartoffelernte fällt dieses Jahr mies aus. Der Produktionswert sinkt um 15 Prozent. (Archivbild)

Keystone

Die Schweizer Landwirtschaft dürfte dieses Jahr eine Bruttowertschöpfung von 4,1 Milliarden Franken erzielen. Das entspricht einem Minus von 6,6 Prozent. Das zeigen neue Zahlen, die das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag veröffentlicht hat. «Historische Rückgänge» gebe es im Pflanzenbau.

«Der kalte Frühling, Frost nach dem Vegetationsstart, Hagel, ein verregneter Sommer mit durchnässten Böden und wenig Sonne setzen dem Pflanzenbau stark zu», fasst das BFS die Lage in einer Mitteilung zusammen. Der Produktionswert in diesem Bereich verringert sich gegenüber 2020 um 9,0 Prozent auf 3,8 Milliarden Franken.

Witterung führt zu historisch tiefen Ernten

Beim Steinobst – allen voran bei Aprikosen und Pflaumen – verzeichnete die Schweizer Landwirtschaft eine der schwächsten Ernten der vergangenen zwei Jahrzehnte. Die Getreideernte fiel laut BFS durchzogen aus, wodurch der Produktionswert des Getreides um 13 Prozent sinkt. Rückgänge gebe es auch bei Kartoffeln (-15 Prozent) und den Zuckerrüben (-14 Prozent).

Das BFS erwartet auch beim Weinbau eine der schwächsten Ernten der letzten Jahrzehnte. Zum ungünstigen Wetter sei der Mehltau dazugekommen. Der Produktionswert von Trauben und Wein dürfte im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent einbrechen.

Besser sieht es bei der tierischen Produktion aus. Diese dürfte gegenüber 2020 um 2,1 Prozent auf 5,9 Milliarden Franken steigen. Den grössten Anteil daran hat weiterhin die Milchproduktion (2,6 Milliarden Franken). Die Zahlen des BFS zeigen auch: Staatliche Subventionen bleiben ein wichtiger Einkommensbestandteil in der Landwirtschaft. Mit 2,9 Milliarden Franken machen sie dieses Jahr ein Fünftel der Gesamtressourcen des Sektor aus.

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