Coronavirus

Geringere Zahl von Neuinfizierten und Hospitalisierten: vorsichtiger Optimismus im Tessin

Der Tessiner Kantonsarzt Giorgio Merlani geht davon aus, dass die Gesellschaft nicht so bald zur Normalität zurückkehren wird.

Der Tessiner Kantonsarzt Giorgio Merlani geht davon aus, dass die Gesellschaft nicht so bald zur Normalität zurückkehren wird.

Sowohl die Zahl der Neuansteckungen mit Coronavirus als auch die Zahl der Hospitalisierungen sind im Kanton Tessin leicht rückläufig. Das gibt den Behörden Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Für Jubel sei es jedoch zu früh.

«Die gute Nachricht ist, dass wir es wohl geschafft haben, die epidemische Kurve zu verflachen – den Peak haben wir wohl hinter uns», sagte der Tessiner Kantonsarzt Giorgio Merlani am Montagnachmittag in einer Medienkonferenz in Bellinzona. Die harten Massnahmen, die der Kanton Tessin am 16. März ergriffen habe, aber auch die Disziplin der Bevölkerung, zeigten Effekte.

Der Kanton Tessin gehört zu den Kantonen, die vom Coronavirus am stärksten betroffen sind. Daher hat er auch die wirtschaftlichen Aktivitäten weitgehend zurückgefahren und Baustellen geschlossen. Trotz ermutigender Tendenzen ist es laut Kantonsarzt Merlani aber viel zu früh, um zu jubeln. Denn auch in den vergangenen 24 Stunden sind im Tessin 12 Personen an Covid-19 gestorben. Die Gesamtzahl der Verstorbenen seit 25. Februar hat 189 Personen erreicht – davon rund ein Drittel in Alters- und Pflegeheimen. Nach wie vor sind 285 Patienten in den Spitälern mit Covid-19 hospitalisiert, davon 72 in der Intensivpflege und von diesen 62 intubiert. Inzwischen werden aber mehr Covid-Patienten aus den Spitälern entlassen als neu hospitalisiert.

Auch wenn die Entwicklung verhalten positiv stimme, könne die Gesellschaft noch nicht so bald zur Normalität zurückkehren, warnte der Kantonsarzt sowie Paolo Ferrari, der klinische Direktor des öffentlichen Spitalverbandes EOC. Insbesondere die soziale Distanz werde wohl das Leben noch eine Weile bestimmen.

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