Frauenfeld
600 Kantischülerinnen und -schüler posieren für Foto – ohne Abstand, ohne Maske: Rektorin rechtfertigt umstrittenes Gruppenbild

An der Kantonsschule Frauenfeld sorgte ein Gruppenfoto für Diskussionen. Das Problem: Die Schüler und Schülerinnen konnten den Mindestabstand nicht einhalten.

Francesca Stemer
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Die Schülerinnen und Schüler posierten für ein Gruppenfoto.

Die Schülerinnen und Schüler posierten für ein Gruppenfoto.

Screenshot Kantonsschule Frauenfeld

Am 16. August fand auf der Sportanlage der Kantonsschule Frauenfeld die Schuljahreseröffnung statt. Dabei hielt die Rektorin Chantal Roth eine kurze Ansprache. Anschliessend posierten die 600 Schülerinnen und Schülern für ein Gruppenfoto. Das Schlussbild: eine Sonne, die symbolisch für ein gutes Schuljahr stehen sollte. Der Haken dabei: Den Mindestabstand konnten die Schüler und Schülerinnen nicht einhalten.

Daraufhin meldete sich ein Schüler der Kantonsschule bei der Tageszeitung «Blick». «Auf die Covid-Massnahmen wurde verzichtet – und das Ganze nur für ein Foto», berichtet der Schüler. «Ich persönlich habe mich vor Ort gegen die Lehrer gewehrt und wollte nicht mitmachen. Daraufhin haben mich die Lehrer zurechtgewiesen und sagten, dieses Foto wäre ein erster Schritt zurück in die Normalität.»

Youtube/Kantonsschule Frauenfeld

Ein verantwortbares Sonnenfoto

Rektorin Chantal Roth betont, es habe sich um keinen Fototermin im eigentlichen Sinne gehandelt, «sondern um einen schulischen Auftakt, um ein gemeinsames Erlebnis.» Die Rektorin erklärt weiter: «Das Ziel war es, bei der Schuljahreseröffnung mit allen Schulangehörigen einen gemeinsamen Auftakt umzusetzen, bei dem die Schulgemeinschaft nach eineinhalb Jahren strikter Trennung wieder spürbar wird. Gleichzeitig versuchten wir das Risiko für alle zu minimieren.»

Zur Durchführung habe sich die Schulleitung erst am Morgen des ersten Schultags entschieden, nachdem klar war, dass witterungsbedingt eine optimale Durchlüftung gewährleistet sein würde. Ausserhalb der wenigen Minuten dauernden «Sonnenbildung» sei es den anwesenden Personen jederzeit möglich gewesen, Mindestabstände einzuhalten. «Weiter fand das Besammeln klassenweise statt und zufälliges Durchmischen wurde bewusst vermieden», sagt die Rektorin. Auch seien die Schülerinnen und Schüler auf die Möglichkeit des freiwilligen Maskentragens hingewiesen worden.

Nebst dem freiwilligen Maskentragen wird gemäss Roth auch in den Klassenzimmern regelmässig gelüftet und ein Abstand von eineinhalb Metern eingehalten.

Die Rektorin erklärt, sie bedaure, dass sich ein Schüler bedrängt gefühlt haben muss, aber sich nicht direkt bei ihr gemeldet habe. Die Schulleitung schätzt das Vorgehen nach Berücksichtigung aller relevanten Punkte noch immer als verantwortbar ein.

Um Missverständnisse zu vermeiden: Bild wurde entfernt

Das Bild ist in der Zwischenzeit von der Website der Kantonsschule genommen worden. Roth erklärt: «Um Missverständnisse und falsche Eindrücke zu vermeiden, die durch das reine Bild offenbar entstehen können, wenn die Entstehung des Bilds und die Bewegung des aufeinander Zu- und Auseinandergehens nicht sichtbar werden, haben wir das Foto von der Website genommen.»

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