Interview
Der Thurgauer SVP-Nationalrat Manuel Strupler zur Nicht-Impfung von Carmen Haag: «Toll ist, dass alle Zugang haben»

Die Impfung sei im Kampf gegen die Pandemie wichtig, aber sie dürfe die Bevölkerung nicht spalten, sagt SVP-Nationalrat Manuel Strupler. Seinen eigenen Entscheid hält er privat, anders als die meisten Thurgauer Bundesparlamentarier.

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Frauenfeld TG , 27.05.2021 / Podium Trinkwasser-Initiative / Pestizid-Initiative mit den Nationalräten Markus Ritter, Manuel Strupler, Kurt Egger und Initiantin Trinkwasserinitiative Franziska Herren.Im Bild Manuel Strupler

Frauenfeld TG , 27.05.2021 / Podium Trinkwasser-Initiative / Pestizid-Initiative mit den Nationalräten Markus Ritter, Manuel Strupler, Kurt Egger und Initiantin Trinkwasserinitiative Franziska Herren.
Im Bild Manuel Strupler

Donato Caspari

Wieso finden Sie, dass der Entscheid über die Corona-Impfung auch für einen gewählten Volksvertreter privat bleiben soll?

Manuel Strupler: Ich bin hoffentlich aufgrund meiner politischen Haltung gewählt worden und nicht, weil ich einen Body-Mass-Index über 25 habe oder Nichtraucher bin. So sehe ich es auch mit der Impfung.

Welche Rolle spielt für Sie die Impfung in der Strategie zur Pandemiebekämpfung?

Die Impfung ist wichtig, um die Pandemie in den Griff zu bekommen, schwere Verläufe zu verhindern und vor allem, um die gefährdeten Personen zu schützen. Deshalb haben wir von der SVP auch mehr Tempo bei der Beschaffung vom Impfstoff gefordert. Toll ist, dass jetzt alle Impfwilligen auch Zugang zur Impfung haben. Solidarität heisst für mich aber, die Bevölkerung mit der Impffrage nicht zu spalten, sondern den persönlichen Entscheid von jeder und jedem zu akzeptieren. Auch im Umgang mit Corona ist für mich die Eigenverantwortung das Wichtigste, dass heisst auch, die Einschränkungen wo möglich aufzuheben.

An einem Podium zur Trinkwasserinitiative haben Sie eine Verbindung zwischen der Schädlichkeit von Pflanzenschutzmitteln und der Corona-Impfung gemacht. Wie ist ihre damalige Aussage zu verstehen?

Auf dem Podium hat Kurt Egger gesagt, dass jetzt zugelassene Pflanzenschutzmittel sich in 20 Jahren vielleicht als schädlich erweisen. Darauf war meine Aussage, dass man sich mit dieser Haltung auch nicht impfen lassen kann, da die Corona-Impfung vielleicht später auch Nebenwirkungen zeigen könnte, die heute noch nicht bekannt sind. Dass die Grünen jetzt eher «Impfturbos» sind mit dem Verweis, dass die Impfung wissenschaftlich unbedenklich ist, gleichzeitig aber den Bauernfamilien unterstellen, sie vergiften Kinder mit Pflanzenschutzmitteln, die ebenfalls von der Wissenschaft freigegeben worden sind, passte für mich nicht – ohne damit über die Coronaimpfung zu werten.

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