Vor Ticketverkauf
«Massive Angst, unser Jahreshighlight zu verpassen»: Urfans des Open Air Frauenfeld befürchten, dass sie fürs «Frauenfeldli» leer ausgehen

Am 22. Juli startet der Ticketvorverkauf fürs redimensionierte Open Air Frauenfeld namens «Frauenfeldli», das Mitte September mit mindestens 10'000 Besucherinnen und Besuchern über die Bühne geht. Jetzt starten vier Frauenfelderinnen eine Petition mit klaren Forderungen. Die Veranstalter teilen die Befürchtungen nicht.

Samuel Koch
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Einlass für Early-Bird-Ticket-Besitzer am Open Air 2019.

Einlass für Early-Bird-Ticket-Besitzer am Open Air 2019.

Bild: Andrea Stalder
(10. Juli 2019)

In Frauenfeld geht die Angst um. Die Angst, dass fürs verkleinerte Open Air «Frauenfeldli» vom 14. bis 18. September zu wenig Tickets verfügbar sind. Nachdem die Veranstalter vergangene Woche das Line-up mit klingenden Namen wie Sido, Future oder Loredana verkündet haben, startet am nächsten Donnerstag, 22. Juli, der Vorverkauf für die 10'000 Tickets. Normalerweise stehen für ein grosses Open Air Frauenfeld (OAF) jeweils 50'000 Tagestickets zur Verfügung.

Wegen des redimensionierten «Frauenfeldli» befürchten jetzt viele Fans, beim Ticketverkauf den Kürzeren zu ziehen. Vier Frauenfelderinnen haben deshalb unter dem Namen G-Unit eine Petition gestartet. «Es wird immer schwieriger, an Tickets zu gelangen», heisst es darin. Ohne rechtzeitiges Anmelden habe man ohne gute Kontakte keine Chance auf einen 4-Tages-Pass. Das lässt die treuen Urfans nicht kalt. Sie schreiben:

«Bis anhin war es uns immer möglich, noch irgendwie an ein Ticket zu gelangen. In diesem Jahr steigt die Angst jedoch massiv, unser Jahreshighlight zu verpassen.»

Das «Frauenfeldli» dürfe nicht ohne Urfans stattfinden. Deshalb fordern die Petitionärinnen ein Vorkaufsrecht einer gewissen Anzahl Tickets (beispielsweise zehn Prozent) für Urfans, die nachweislich schon über zehn Mal am Open Air Frauenfeld oder am Vorgänger-Festival Out in the Green teilgenommen haben.

Private Sammlung in Bars und übers Instagram

Das Festival gehöre zur Kantonshauptstadt wie der Bechtelistag, die Deppenfalle oder der Zuckerrübengeruch im Herbst. «Treue Fans begleiten das Festival schon seit mehreren Jahrzehnten, unabhängig von den Acts, vom Wetter oder dem anwesenden Publikum», schreiben Rita Beeler, Jenny Centeno-Hafner, Meli Forster und Severine Hänni. Letztere ist bekannt als Gemeinderätin der SVP. Sie sagt auf Anfrage:

Severine Hänni, Mitpetitionärin und bekannt als Gemeinderätin SVP.

Severine Hänni, Mitpetitionärin und bekannt als Gemeinderätin SVP.

Bild: Michel Canonica
«Im Moment sammeln wir einfach privat und über Instagram.»

Möglich sei auch, dass ein paar Unterschriftenbögen in Briefkästen gelegt werden. Und am Freitag wollen sie für ihre Forderung im «Dreiegg» weibeln. Die Petition läuft jedenfalls bis am Mittwoch, 21. Juli, just einen Tag vor dem Ticketverkaufsstart.

Das Petitionsschreiben für den bevorstehenden Ticketverkaufsstart am 22. Juli fürs «Frauenfeldli».

Das Petitionsschreiben für den bevorstehenden Ticketverkaufsstart am 22. Juli fürs «Frauenfeldli».

Bild: PD

Vier Tickets pro Person gegen Schwarzmarkthändler

Die OAF-Veranstalter haben von der Petition gehört und freuen sich, dass sie treue Gäste haben. Ob es allerdings einen Ansturm auf die Tickets gibt, wisse man nicht. Wer am 22. Juli pünktlich um 18 Uhr nicht allzu lange warte, habe eine gute Chance auf ein Ticket. OAF-Sprecher Joachim Bodmer sagt:

«Wir gehen nicht davon aus, dass das Festival innert Minuten ausverkauft sein wird.»
Joachim Bodmer, Mediensprecher Open Air Frauenfeld.

Joachim Bodmer, Mediensprecher Open Air Frauenfeld.

Bild: Andrea Stalder

Die Forderung der vier Petitionärinnen veranlasst die Veranstalter derzeit zu klären, wie ein solches Vorhaben zu Gunsten von treuen Fans umsetzbar wäre. «Die Frage ist: Wer ist ein treuer Fan und wer ein Schwarzmarkthändler?», fragt Bodmer. Es sei zu verhindern, dass Schwarzmarkthändler Tickets in grösseren Mengen kaufen können, um diese dann später treuen oder sonst kaufwilligen Fans überteuert zu verkaufen. «Wir tun alles dafür, dass der Schwarzmarkt ausgetrocknet wird», betont Bodmer. Deshalb sind maximal vier Tickets pro Person erhältlich.

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