Ein Reihe von Bränden gelegt in Riedt bei Erlen: Jetzt ist ein 51-jähriger Brandstifter zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden

Vor dreieinhalb Jahren soll ein 51-Jähriger eine Serie von Bränden gelegt haben rund um seinen Wohnort. Der vorbestrafte Thurgauer bestritt sämtliche Vorwürfe, wurde nun aber in einem Indizienprozess vom Bezirksgericht Weinfelden zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

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Auch dieser Brand von mehreren Holzpaletten vor einer Lagerhalle in Riedt bei Erlen im September 2017 wird dem Beschuldigten zur Last gelegt.

Auch dieser Brand von mehreren Holzpaletten vor einer Lagerhalle in Riedt bei Erlen im September 2017 wird dem Beschuldigten zur Last gelegt.

Kapo

(red) Der einschlägig vorbestrafte Mann habe in der Verhandlung jede Aussage zum Sachverhalt verweigert. Weil ein Geständnis fehle, habe es sich um einen reinen Indizienprozess gehandelt, schreibt «Top online». Das Bezirksgericht Weinfelden hat den Brandstifter schliesslich zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt. Der 51-jährige Schweizer soll von Frühling 2016 bis zu seiner Verhaftung am Neujahrstag 2019 meist in der Nähe seines Wohnorts Riedt bei Erlen eine ganze Reihe von Bränden gelegt haben.

Taten von Überwachungskameras gefilmt

Dem Beschuldigten wurden des weiteren auch Sachbeschädigungen vorgeworfen. Das Gericht habe sich beim Urteil auf Indizien gestützt. Es sprach den Beschuldigten in den Hauptanklagepunkten der mehrfachen Brandstiftung und Sachbeschädigung schuldig. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Verteidiger forderte einen Freispruch. Der Staatsanwalt beantragte eine Freiheitsstrafe von 13 Jahren. Dabei berücksichtigt worden sei der Widerruf einer bedingten Vorstrafe.

Obwohl es beim einen oder anderen Einzelfall Unklarheiten gebe, könne laut Ankläger insgesamt an der Täterschaft des Beschuldigten nicht gezweifelt werden. Verschiedene Taten seien durch Aufnahmen von Video-Überwachungskameras dokumentiert, für andere gebe es starke Indizien, heisst es bei «Top online».

Der Verteidiger habe nicht zulassen wollen, dass die Videos als Beweismittel benutzt werden konnten. Man könne nicht wissen, ob sie nicht manipuliert seien. Ein Experte des Forensischen Instituts Zürich, der ein Gutachten verfasst hatte, sagte allerdings, dass es an der Echtheit der Videos keine Zweifel gebe. Der Verteidiger wollte Zweifel an der Täterschaft seines Klienten geltend machen und disqualifizierte die Ermittlungsarbeiten als unsorgfältig und einseitig.

Seit der Verhaftung Ruhe in der Gemeinde

Die Brandserie und die Sachbeschädigungen hätten begonnen, als der Mann frisch an seinen damaligen Wohnort in Riedt bei Erlen gezügelt sei. Er habe aus Frust und Neid sowie aus Groll gegenüber seiner Vermieterin gehandelt, mit der er «auf Kriegsfuss stand», sagte der Staatsanwalt an der Verhandlung. Seit der Verhaftung sei Ruhe in der Gemeinde.

Der Mann hat Riedt bei Erlen in Atem gehalten. Von März 2016 bis Januar 2019 soll er Holzstapel, Schuppen, Abfall und zuletzt sogar eine Garage in Brand gesteckt haben. Beim Versuch die brennenden Holzgranulatballen wegzuziehen, wurde der Eigentümer des Anwesens verletzt. Zudem habe der Verurteilte einen Kuh-Bag, in dem Plastikabfall gesammelt wird, angezündet. Zweimal habe er die Station des Rasenroboters vor seiner eigenen Wohnung in Brand gesetzt. Mehrfach soll der Mann Autos beschädigt haben. So habe er einen weissen Porsche Boxter mit roter Farbe besprüht, oder einen Audi Q5 verkratzt.