Lebensmittelkontrolle
Verschimmelter Broccoli, verdorbener Mozzarella: Ausserrhoder Restaurant wurde wegen Hygienemängeln geschlossen – und ist nun bereits wieder offen

Im Rahmen einer Routinekontrolle stiess die Lebensmittelkontrolle auf gravierende Hygienemängel und hat ein Restaurant in Appenzell Ausserrhoden geschlossen. Laut Medienberichten ist die Beiz jedoch bereits wieder geöffnet – nur fünf Tage nach der Kontrolle.

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Unter anderem wurde im Restaurant auch verdorbener Mozzarella gefunden.

Unter anderem wurde im Restaurant auch verdorbener Mozzarella gefunden.

Bild: Kantonskanzlei AR

(kk/alr/dar) Am Donnerstag, 15. Juli 2021, führte die Lebensmittelkontrolle in Appenzell Ausserrhoden eine routinemässige Kontrolle in einem Gastronomiebetrieb durch. Dabei stiess sie auf zahlreiche verdorbene, überlagerte und verschimmelte Lebensmittel, die zudem bei zu hohen Temperaturen aufbewahrt wurden. Da eine Gesundheitsgefährdung für die Konsumentinnen und Konsumenten nicht ausgeschlossen werden konnte, mussten die Kontrolleure eine sofortige Betriebsschliessung anordnen, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

In einem Gastronomiebetrieb in Appenzell Ausserrhoden wurden mehrere verdorbene Lebensmittel aufgefunden, hier zum Beispiel verschimmelter Broccoli.

In einem Gastronomiebetrieb in Appenzell Ausserrhoden wurden mehrere verdorbene Lebensmittel aufgefunden, hier zum Beispiel verschimmelter Broccoli.

Bild: Kantonskanzlei AR

Dem fehlbaren Betrieb wurde Zeit zur Behebung der Mängel eingeräumt. Er dürfe erst nach einer vorgängigen Nachkontrolle und einwandfreiem Befund durch die Lebensmittelkontrolle wieder Gäste bewirten, hiess es erst in der Mitteilung vom Dienstagmorgen.

Gemäss einem Bericht von Watson vom Dienstagmittag ist das nun aber bereits geschehen – nur fünf Tage nach der unangemeldeten Kontrolle. Das Newsportal bezieht sich auf Kurt Seiler, Chef des Lebensmittelinspektorats: Der Betrieb habe sich zwei Tage nach der Schliessung gemeldet und bei einer erneuten Kontrolle aufzeigen können, dass die Mängel behoben wurden.

Doch das betroffene Restaurant muss nun mit vermehrten Kontrollen rechnen: Im Normalfall komme das Lebensmittelinspektorat alle zwei Jahre unangemeldet vorbei, so Seiler zu «Watson». Bei einem Verstoss werde aber öfters kontrolliert.

Arbeiterin ohne Bewilligung angetroffen

Die Hygiene war indes nicht der einzige Beanstandungsgrund: Die Lebensmittelkontrolle stellte eine grosse Unordnung, zahlreiche Reinigungsmängel und auch täuschende Angaben über die Herkunft von Lebensmitteln fest. Für die importierten Lebensmittel konnten weder Lieferscheine noch Zollpapiere vorgelegt werden. Im Rahmen dieser Kontrolle wurde das Arbeitsinspektorat zur Kontrolle der ausländerrechtlichen Arbeitsbewilligungen beigezogen.

Dabei wurde eine Arbeitnehmerin aus einem Drittstaat angetroffen, welche bereits seit einer Woche im Betrieb einer Tätigkeit nachging, ohne die nötigen Bewilligungen vorweisen zu können. Bei der illegal anwesenden Person wurde durch das Amt für Inneres die Ausschaffungshaft und eine Einreisesperre verfügt. Der fehlbare Gastwirt wird wegen Verstosses gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht. Weitere anwesende Mitarbeiter und Personen wurden überprüft.

Inspektionen erfolgen unangemeldet

In Appenzell Ausserrhoden unterstehen über 800 Betriebe der Lebensmittelkontrolle. Die Inspektionen erfolgen unangemeldet und nach einem risikobasierten System. Die Herstellung von mikrobiologisch sensiblen Produkten wie Fleisch und Käse, unbefriedigende Kontrollergebnisse sowie die Abgabe von Lebensmitteln an Spitäler und Altersheime führen zu vermehrten Kontrollen.

Die Kontrollen werden vom interkantonalen Labor durchgeführt. Dieses ist in den Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Innerrhoden und Schaffhausen für die Kontrollen der Lebensmittelbetriebe auf Einhaltung der Hygienebestimmungen zuständig.

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