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St.Galler Stadtpolizei lässt Gewaltnacht Revue passieren: +++ 50'000 Franken Sachschaden +++ Fahrzeug in Brand gesteckt +++ 33 Personen der Stadt verwiesen

Bei den gestrigen Ausschreitungen in der St.Galler Innenstadt war die Polizei mit einem Grossaufgebot vor Ort. Querulanten lieferten sich an mehreren Orten Scharmützel mit den Einsatzkräften. Sie bewarfen die Polizisten mit Flaschen, Pyros und einem Molotowcocktail. Der Sachschaden beträgt rund 50'000 Franken. Nun informierte die Stadtpolizei über die Geschehnisse.

Dinah Hauser
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Stadtpolizei lud nach der vergangenen Nacht, in der es erneut zu Jugendkrawallen kam, zur Medienkonferenz.
  • Im Einsatz stand das gesamte Korps der Stadtpolizei St.Gallen, sowie weitere Einsatzkräfte aus der gesamten Ostschweiz. Auch ein Helikopter der Kantonspolizei Zürich kreiste über der Stadt.
  • Der entstandene Sachschaden beläuft sich bisher auf rund 50'000 Franken.
  • Im Zusammenhang mit den Ausschreitungen wurde in den frühen Morgenstunden ein zur Verhaftung ausgeschriebener 25-Jähriger festgenommen.
  • Die Polizei bittet in Form eines Zeugenaufrufs, Personen, welche Fotos oder Videos gemacht haben, diese der Polizei zugänglich zu machen.

Nach der zweiten Krawallnacht informierte die Stadtpolizei St.Gallen zusammen mit dem Stadtrat am Samstagnachmittag. Aufgrund der Aufrufe zur Gewalt in der vergangenen Woche bereitete sich die Polizei entsprechend vor. «So war das gesamte Korps der Stadtpolizei im Einsatz», wie an der Pressekonferenz erklärt wurde.

Als Unterstützung wurden Einsatzkräfte aus der gesamten Ostschweiz sowie die Transportpolizei der SBB hinzugezogen. Auch ein Helikopter der Kantonspolizei Zürich kreiste zwecks Aufklärung über der Stadt. Weiter standen Angehörige der Berufsfeuerwehr und der Rettung St.Gallen im Einsatz. Das Strasseninspektorat des städtischen Tiefbauamtes war in den frühen Morgenstunden dran, Strassen und Plätze zu reinigen.

Nachdem der Abend erst ruhig verlief, gab es kurz nach 21 Uhr erste Auseinandersetzungen. Anjan Sartory, Gesamteinsatzleiter der Stadtpolizei St.Gallen, sagt:

«Was um 20 Uhr friedlich auf dem Roten Platz begann, artete später in Angriffe auf die Polizei aus, welche vor Ort präsent war und den Dialog suchte.»

Die Einsatzkräfte seien mit Flaschen, Steinen, Pyros und gar einem Molotowcocktail beworfen worden.

Über 20 Verhaftungen und über 30 Wegweisungen

Aus Notwehr setzten die Polizisten Gummischrot und schliesslich auch Tränengas ein. Die angegangenen Einsatzkräfte seien nicht verletzt worden. Allerdings wisse die Stadtpolizei von mindestens zwei verletzen Jugendlichen.

Welche Gruppierungen und wie viele der anwesenden 1000 Personen gewalttätig waren, kann die Stadtpolizei noch nicht abschätzen. Ralph Hurni, Kommandant der Stadtpolizei St.Gallen, sagt: «21 Personen wurden eingebracht. 16 davon Schweizer. Sechs sind wohnhaft in der Stadt St.Gallen, 13 leben in der Ostschweiz und zwei ausserhalb.» Zudem seien 33 Personen aus der Stadt verwiesen worden. 28 Personen für 30 Tage, fünf Personen für 24 Stunden. Auch sei in den frühen Morgenstunden ein zur Verhaftung ausgeschriebener 25-Jähriger festgenommen worden.

Brennendes Auto an der Schwertgasse

Auf Höhe Vadianstrasse seien Gegenstände angezündet worden. Die Feuerwehr habe eskortiert werden müssen, sagt Gesamteinsatzleiter Sartory. Andernorts seien Schachtdeckel entwendet worden. Ab etwa 23 Uhr habe die Polizei Tränengas eingesetzt. «Nach Mitternacht wurde ein brennendes Fahrzeug an der Schwertgasse gemeldet. Danach ist es ruhig geworden», führt Sartory aus.

Bei der Kantonspolizei St.Gallen gingen bis Samstagmittag rund sieben Anzeigen wegen Sachbeschädigung ein. Die Schadensumme beläuft sich aktuell auf rund 50'000 Franken.

Zeugenaufruf

Aufgrund erneuter, massiver Sachbeschädigungen in der Stadt St.Gallen, im Bereich Kornhausplatz und Bahnhof, bittet die Stadtpolizei St.Gallen Personen, welche Fotos oder Videos gemacht haben, diese der Polizei zugänglich zu machen. Hinweise werden unter 071 224 60 00 oder mailbox.polizei@stadt.sg.ch entgegengenommen.

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