Kreismusiktag
Feurige Rhythmen, erdige Töne und fliessende Übergänge: Gähwil wurde zum Toggenburger Zentrum der Blasmusik

Beinahe vollzählig waren die Musikgesellschaften des Kreises Toggenburg in Gähwil am 62. Toggenburger Kreismusiktag vertreten. Sie zelebrierten alle Facetten der Blasmusikliteratur.

Franz Steiner
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Ein Farbtupfer in ihren Uniformen: die Musig Bütschwil unter der Direktion von Mirco Capra.
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Die MG Nesslau-Neu St.Johann mit Tambourmajor Michael Bösch gab auch optisch ein schönes Bild ab.
Zogen souverän durch die Strassen von Gähwil: die MG Mosnang unter der Leitung von Daniel Kindermann.
An dichtem Zuschauerspalier ging es für die MG Libingen vorbei. Sie spielte den Marsch «Saluto Lugano».
Tambourmajor Mario Karrer führte die Musikgesellschaft Harmonie Ebnet-Kappel an.
Sie eröffneten die Marschmusikparade: die MG Bazenheid unter der Leitung von Petra Moser.
Die MG Nesslau-Neu St.Johann strammen Schrittes an der Marschmusikparade.
Jugendliche Frische: die Starter Winds aus Bazenheid, Gähwil und Kirchberg.
Die Bürgermusik Wildhaus bei der Marschmusikparade mit dem vom Dirigenten komponierten Marsch «Grüsse aus Wildhaus».
Die Blechharmonie Kirchberg unter der Leitung von Roman Ledergerber entzückte durch ihre Evolutionen.
Unter der Direktion von Sepp Zürcher (Musig Gähwil) auf dem Gerüst im Hintergrund führte der Gesamtchor zwei Stücke vor.
Die Musikgesellschaft Wattwil unter der Direktion von Stefan Brändle brachte Stimmung ins Festzelt.
Auch eine eher kleine Musik wie die MG Wintersberg-Bendel (Leitung: Lenin Zvaleta Chavez) brachte Klangvolumen auf die Bühne.
Im Festzelt gab jeder Musikverein ein Ständchen von 30 Minuten, hier die MG Mühlrüti.
Die MG Mosnang mit Dirigent Daniel Kindermann intonierte «Hindenburg – in memoriam Lakehurst, 1937».
Mit voller Puste: die MG Lichtensteig im Festzelt.
Mit «Schmelzende Riesen», einer Komposition von Armin Kofler, trat die Musikgesellschaft Libingen mit Dirigent Christian Fust vor die Jury.
Die MG Ennetbühl unter der Leitung von Andrea Lusti bei ihrem Wettspielvortrag «Host Of Freedom».
Die Bürgermusik Wildhaus (Leitung: Christian Schlegel) konzertierte im Festzelt.

Ein Farbtupfer in ihren Uniformen: die Musig Bütschwil unter der Direktion von Mirco Capra.

Franz Steiner

Das Vier-Tage-Fest mit dem Toggenburger Kreismusiktag am Samstag sorgte im beschaulichen 800-Seelen-Dorf Gähwil für Festfreude. Kreispräsident Werner Lusti aus Ennetbühl freute sich, dass sich die Jugendformation Starter Winds der drei Vereine Kirchberg, Bazenheid und Gähwil zum ersten Mal mit den Stammvereinen mass.

In seiner Festrede lobte Lusti die Geduld der organisierenden Musig Gähwil, die wegen Corona immer wieder vor Herausforderungen stand und in dieser schwierigen Zeit die Geduld nie verloren hat. Der Präsident stellte darum diesen Kreismusiktag unter das Motto «Endlich wieder!». Nach einem zweijährigen Unterbruch hätten die Musikvereine endlich wieder ein Ziel gehabt.

Toggenburger Kreispräsident Werner Lusti.

Toggenburger Kreispräsident Werner Lusti.

Franz Steiner

«‹Zämehäbe, zämestah, mitenang dür dunkli Stunde gah. Zämehäbe, du u i, bis die Zyte überstande si›. Dieser Refrain vom Lied der Gruppe Heimweh sagt das aus, was ihr alle als Vereine in den letzten zwei schwierigen Jahren gemeistert habt: Ihr habt zusammengehalten, seid miteinander in dieser Zeit gewachsen und jetzt wieder voll da», wand Kreispräsident Lusti allen ein Kränzchen.

Bazenheid, Ebnat-Kappel und Kirchberg top

Ein Publikumsmagnet war traditionell die Marschmusikparade auf der Hulfteggstrasse. Elf Musikvereine liessen sich bewerten. Die MG Bazenheid mit «100 Jahre Blasmusik» und die MG Harmonie Ebnat-Kappel mit dem «Zuger Marsch» landeten beide mit 87 Punkten auf dem ersten Platz. Knapp dahinter folgten die MG Nesslau-Neu St.Johann («Saluto Lugano») und die Musig Bütschwil («Ruetz Marsch») mit 86,66 Punkten, vor der MG Mosnang («Ravanello») mit 86 Punkten. Auf den weiteren Plätzen folgten die MG Libingen, die Bürgermusik Wildhaus und die MG Ennetbühl.

Den grössten Applaus erhielt die Blechharmonie Kirchberg, die mit Evolutionen mit dem hohen Total von 94,33 Punkten benotet wurde. Als Gastvereine zeigten die Metallharmonie Dussnang-Oberwangen und die Nachwuchsformation Starter Winds ihr Können.

Die Wettspielvorträge in der Turnhalle erhielten von den Experten aufgrund der erschwerten Probebedingungen wegen der Pandemie eine stille Bewertung. Punkte gab es für Stimmung und Intonation, Rhythmus und Metrum, Dynamik und Klangausgleich, Tonkultur, Technik und Artikulation, musikalischen Ausdruck und Interpretation. Für diese Art Standortbestimmung wurde keine Rangliste geführt.

Veteranenehrung und Partyabend

Stimmungsvoll seinen Höhepunkt erreichte das Musikfest mit der Veteranenehrung am Samstagabend. 13 Musikantinnen und Musikanten konnten für 25 Jahre aktives Musizieren geehrt werden. Am Mikrofon übernahm an diesem Abend Comedian Fabian Rütsche das Zepter. Vor dem grossen Festzelt spielte der Gesamtchor mit allen Teilnehmenden unter der Leitung von Sepp Zürcher «Schwyzer Soldaten» und «Böhmischer Traum».

Die Veteranenehrung ist immer ein stimmiger Höhepunkt des Kreismusiktages.

Die Veteranenehrung ist immer ein stimmiger Höhepunkt des Kreismusiktages.

Franz Steiner

Die vier Gähwiler Festtage begannen bereits am Mittwoch mit einem Partyabend und endeten am Sonntag mit einem Familientag. Grosser Andrang herrschte am Freitag, als die national bekannte Stubete Gäng auftrat.