Volleyball
Trotz Niederlage Grund zur Freude für die Wattwiler Volleyballspielerinnen: Die Null ist endlich weg

Volley Toggenburg schaffte gegen Volley Düdingen die Überraschung und sicherte sich den ersten Punkt in der laufenden Qualifikationsrunde der Nationalliga A.

Markus Imthurn
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Endlich hatten die jungen Toggenburgerinnen einen Grund zum Feiern.

Endlich hatten die jungen Toggenburgerinnen einen Grund zum Feiern.

Bild: Reini Kolb

Die jungen Toggenburgerinnen, die in ihrem ersten Heimspiel im neuen Jahr mit der neuen US-amerikanischen Aussenangreiferin Tayler Borup antraten, haben ihren ersten Punkt nicht gestohlen, sondern verdient. Die 24-jährige Borup kam vor einer Woche in der Schweiz an und spielte tags darauf, ohne ein einziges Teamtraining, im Cup gegen Glaronia. Trotz des Neuzugangs mussten die Wattwilerinnen sich vom klaren Leader der NLB mit 3:2 geschlagen geben.

Nach nur einer Woche Training hat man am Samstag von der kurzen Integrationszeit der neuen Aussenangreiferin nichts mehr gemerkt. Die Amerikanerin überzeugte mit stabiler Technik und ihrer ruhigen Art. Mit 193 Zentimeter Körpergrösse und ihrer Erfahrung aus einem der besten US-Universitätsteams scheint Borup genau die richtige Verstärkung für Volley Toggenburg zu sein. An der Seite von Tayler Borup blühte auch die Diagonalangreiferin Maggie Nedoma richtiggehend auf. Mit 22 Punkten zeigte sie eine herausragende Angriffsleistung.

Punkt gegen Spitzenteam geholt

Bereits die Startaufstellung von Volley Düdingen zeigte, dass die Freiburgerinnen an diesem Samstag nicht gewillt waren, Geschenke zu machen. Coach Dario Betello stellte von Beginn weg seine stärksten fünf ausländischen Spielerinnen aufs Feld. Der erste Satz war zwar lange Zeit sehr ausgeglichen, doch plötzlich konnte sich das Heimteam mit 22:18 leicht absetzen. Diesen Vorsprung liessen sich die Toggenburgerinnen nicht mehr nehmen und gewannen den ersten Durchgang überraschend mit 25:21-Punkten.

Düdingen reagierte mit grosser Vehemenz auf den Verlust des Startsatzes. Die Mannschaft zeigte, warum sie aktuell auf dem zweiten Tabellenrang in der Nationalliga A steht. Vor allem die Zuspielerin Uiato zeigte eine beeindruckende Leistung und setzte ihre Angreiferinnen immer wieder optimal ein. Toggenburg blieb auf zwei Positionen in den Sätzen zwei und drei hängen und musste Düdingen jeweils einen kleinen Vorsprung zugestehen. Die Freiburgerinnen nutzten diese Gelegenheit und gingen standesgemäss mit 2:1-Sätzen in Führung.

Wer sich dachte, dass Volley Toggenburg aufstecken würde, sah sich getäuscht. Das Heimteam wurde von den Fans richtiggehend angepeitscht und kämpfte im vierten Durchgang um jeden einzelnen Ball. Gegen Ende des Satzes lag Toggenburg mit 20:18 vorne. Dann ging bei Düdingen plötzlich gar nichts mehr. Tays servierte stark, und vorne am Netz agierte das Heimteam souverän. Mit 25:18 ging so der vierte Durchgang verdient an Volley Toggenburg. Der erste Punktgewinn der laufenden Saison war somit im Trockenen.

Die Favoritinnen aus Düdingen starteten stark in den fünften Entscheidungssatz und gingen von Beginn weg in Führung. Volley Düdingen baute den Vorsprung langsam aus und sicherte sich mit 15:8 schliesslich zwei Punkte.

Volley Toggenburg mit starkem Kollektiv

Trotz der 14. Niederlage in ihrem 14. Spiel kann man sagen, dass die Wattwilerinnen am Samstag sicher ihre stärkste Leistung der Saison zeigten. Der Neuzugang Taylor Borup scheint einen wichtigen Impuls zu geben. Es bleibt zu hoffen, dass die Toggenburgerinnen diesen Schwung in die letzten vier Spiele der Qualifikationsrunde mitnehmen können. Wenn das gezeigte Leistungsniveau regelmässig abgerufen werden kann, liegen weitere Punktgewinne sicher drin.

Offen ist, gegen welche Mannschaft Volley Toggenburg dann in den Playouts antreten muss. In einer Best-of-five Serie spielen das neunt- und zehntplatzierte Team um den definitiven Verbleib in der Nationalliga A. Dabei trennt BIWI Franches-Montagnes und Genève Volley nur gerade ein Punkt beim Kampf um den rettenden 8. Platz.

Der Verlierer der Playouts hat dann gegen den starken NLB-Leader Glaronia nochmals eine Chance, um sich den letzten Platz in der Nationalliga A zu sichern. Mit der Leistung vom Wochenende dürfen sich die Toggenburgerinnen berechtigte Hoffnungen machen, dass sich die Mannschaft am Schluss doch noch in der höchsten Liga der Schweiz halten kann.