Theater
Wenn Tante Jutta aus Kalkutta nach Wil zu Besuch kommt

Am Samstag feierte die Komödie «Rent a Family» des Kliwi-Theaters Premiere. Rund 150 Zuschauerinnen und Zuschauer besuchten die Aufführung in der Wiler Psychiatrie.

Christoph Heer
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Thomas Nägeli (Heiner Kick, links) und Butler Johann (Rolf Studerus) an der Premiere von «Rent a Family».

Thomas Nägeli (Heiner Kick, links) und Butler Johann (Rolf Studerus) an der Premiere von «Rent a Family».

Bild: Christoph Heer

Mit dem Zweiakter «Rent a Family» geht das Wiler Kliwi-Theater in die neue Saison. Das Theater setzt sich zusammen aus aktuellen und ehemaligen Mitarbeitenden der Psychiatrie St. Gallen. Ilona Scheuring (Regie) konkretisiert, dass es sich um eine alte Garde handle, deren Kerngruppe schon viele Jahre mit dabei sei. «Auch unsere Gastspieler sind wiederkehrend», so Scheuring. Sie sagt, dass das Kliwi-Theater gerne auch jüngere Neumitglieder begrüssen würde. «Es ist schwierig, Nachwuchs zu finden, da wir etwa 40 Mal pro Spielsaison proben.»

Situationskomik und engagierte Darstellende

«Rent a Family» ist eine Komödie in zwei Akten von Max Reimann und Otto Schwarz. Thomas Nägeli (gespielt von Heiner Kick) ist Pflichtverteidiger, hilfsbereit und gutmütig. Nur lebt er auf viel zu grossem Fuss und schlicht über seine Verhältnisse. Bisweilen wurde er von seiner schwerreichen Tante Jutta aus Kalkutta finanziert. Als besagte Tante urplötzlich vor seiner Haustüre steht, stürzt sein kunstvoll errichtetes Kartenhaus in sich zusammen. Sein Freund Louis (Dominic Scheuring), Penner Fredy (Walter Rombach) und Butler Johann (Rolf Studerus) sollten jetzt eigentlich für ihren Freund da sein – doch weit gefehlt.

«Was daraus resultiert, ist ein witziges Theaterstück mit viel Situationskomik», erklärt Ilona Scheuring und betont, dass sich auch das Bühnenbild sehen lassen könne. Die altbekannten und beliebten Kliwi-Schauspieler hätten sich ihre Rollen richtiggehend einverleibt und von der ersten Probe an mit ihrer Motivation gezeigt, dass sich jeder einzelne mit viel Herzblut für das Theater engagiere.

Vorfreude ja – Nervosität auch

Scheuring erinnert sich, dass die ersten Proben bereits im vergangenen Oktober begannen. «Dank der Psychiatrie können wir von Anfang an auf der Bühne proben, das gibt uns die Gewissheit, dass wir schon früh viele Feinheiten anpassen und wenn nötig ändern können», sagt die Regisseurin.

Hört man sich bei den Schauspielern um, so wird schnell klar: Die Vorfreude auf die Premiere überwog am Samstag. «Doch die Nervosität war schon auch ein grosses Thema», räumt Ilona Scheuring ein. Nach der vielen Arbeit hätten sie es kaum erwarten können, endlich vor grossem Publikum auf die Bühne zu treten. Da gehöre auch eine gewisse Portion Lampenfieber mit dazu, sagt sie augenzwinkernd.

Hinweis

Das Theaterstück «Rent a Family» wird vom Kliwi-Theater weitere fünf Mal aufgeführt. Dazu gehört auch die festwirtschaftliche Umrahmung seitens des Psychiatrie-Restaurants. Weitere Informationen und Spieldaten: www.kliwi.ch