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Shiptec fährt mit wehenden Fahnen in Richtung Expansion

Die Shiptec AG möchte die modernsten Binnenschiffe Europas bauen. Mit einem innovativen Engineering-Team, gut ausgebildeten Fachkräften in der Produktion und reellen Expansionsplänen Richtung Europa liegt das Ziel zum Greifen nah.

Monika Burri
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Shiptec-CEO Ruedi Stadelmann vermittelt die Faszination für den Schiffsbau.

Shiptec-CEO Ruedi Stadelmann vermittelt die Faszination für den Schiffsbau.

Bild: Roberto Conciatori

«Wir sind eine Firma wie keine andere», bringt es Shiptec-CEO Ruedi Stadel­mann auf den Punkt. Das beweist die bewegte Geschichte: Als ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Herstellung von Dampfmaschinen durch Escher Wyss und Gebrüder Sulzer vorangetrieben wurden, ­erfreuten sich die touristischen Schiff­fahrten auf Schweizer Seen steigender Beliebtheit. In Luzern als touristische Hochburg durfte eine Schifffahrt­gesellschaft nicht fehlen. Bereits 1837 wurde eine Dampfschiffgesellschaft gegründet, die über Umwege heute als SGV-Gruppe bekannt ist.

Die Shiptec AG mit Schiffswerft wurde 2013 gegründet und ist ein eigenständiges Tochterunternehmen der SGV Holding. «Um im Markt zu bestehen, vollzogen wir einen Kulturwandel», erinnert sich Stadelmann. Heute werde absolute Professionalität auf sehr hohem Niveau erwartet. «Wir haben als Schweizer Unternehmen mit hoher Kompetenz sicher eine gute Ausgangslage», erklärt der CEO. Doch der Markt sei beschränkt, darum blicke das Unternehmen bereits mit einem Auge nach Norditalien und zum Rhein in Holland: Dort sei noch Wachstumspotenzial vorhanden.

Für ein Nischenprodukt braucht es spezielles Fachwissen

Aber auch die Restaurierung von Altehrwürdigem wird bei der Shiptec AG sehr geschätzt. So sanierte das Unternehmen das legendäre Dampfschiff Stadt Luzern. «Ein aufwendiges, tolles Projekt», schwärmt Stadelmann. Die Totalsanierung dauerte über zweiein­halb Jahre und kostete rund 13,3 Millionen Franken. Diesen Frühling steuert die «Stadt Luzern» in historischem Glanz wieder über den Vierwaldstättersee.

Wer auch Hightec-Schiffe wie etwa die bekannte «Diamant» im Wert von stattlichen 17 Millionen Franken kons­truiert oder aktuell einen Auftrag für zwei hochmoderne Schiffe für den Genfersee über 60 Millionen Franken an Land zieht, für den sind die Mitarbeitenden das wichtigste Kapital. «Fehler können wir uns nicht leisten», so Stadelmann. Je nach Saison arbeiten in seinem Unternehmen 100 Personen in 15 verschiedenen Berufsgattungen.

Bald mit einem umweltfreundlichen Pendlerschiff unterwegs?

Durch die zunehmende Mobilität ent­stehen für Shiptec neue Märkte. Gewässer wie etwa ein Fluss werden als Transportwege für Städteplaner immer interessanter. «Staufrei pendeln ist doch eine gute Sache», meint Stadel­mann. Auch beim Schiffbau steht die Nachhaltigkeit ganz oben auf der Liste. «Wir sind daran, noch leichtere und aerodynami­schere Schiffe zu konstru­ieren.» Beim Antrieb verändere sich vieles. So spart die «Diamant» dank Hybrid­motor fast 25 Prozent an Treibstoff. Der CEO kommt ins Schwärmen: «Ich hoffe auf den Wasserstoffmotor. Das wäre die perfekte Lösung.»

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