Vermischtes

Fifa-Prozess vor Bundesstrafgericht weiter in der Schwebe

Neben drei ehemaligen Fussballfunktionären aus Deutschland ist auch der frühere Fifa-Generalsekretär Urs Linsi (zweiter von links) angeklagt.

Neben drei ehemaligen Fussballfunktionären aus Deutschland ist auch der frühere Fifa-Generalsekretär Urs Linsi (zweiter von links) angeklagt.

Das Bundesstrafgericht hat bis heute Montag den «Sommermärchen»-Prozess sistiert. Ob das Verfahren um ungeklärte Geldflüsse im Vorfeld der Fussball-WM 2006 in Deutschland fortgesetzt wird, ist fraglich.

(dpa/rwa) Noch am Montagmorgen gab das Bundesstrafgericht in Bellinzona den 20. April als Reservedatum für die Verhandlung an. Die einschneidenden Restriktionen wegen der Coronapandemie waren hierzulande jedoch jüngst bis zum 27. April verlängert worden. An diesem Tag verjähren die Vorwürfe gegen die früheren Funktionäre des Deutschen Fussball-Bundes (DFB) Theo Zwanziger, Wolfgang Niersbach und Horst Schmidt sowie den früheren Fifa-Generalsekretär Urs Linsi eigentlich.

Das Gericht werde «in den nächsten Tagen» über die Fortsetzung des Prozesses entscheiden, hatte das Gericht am Freitag mitgeteilt. Das Verfahren ist seit Mitte März ausgesetzt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur DPA war den Angeklagten bis zum Wochenende keine Vorladung für einen neuen Termin zugegangen.

«Wenn es bei der Verjährung am 27. April bleibt, werde ich bei der bekannten Sachlage um einen Freispruch gebracht», hatte Zwanziger der DPA bereits gesagt. Inwieweit die Pandemie Auswirkungen auf etwaige Fristen der Schweizer Justiz hat, ist allerdings noch offen.

Bereits am 17. März hatte das Bundesstrafgericht allerdings festgestellt, die Beweislage sei mit Bezug auf Zwanziger «hinsichtlich der subjektiven Tatseite diffus». Wie sein Amtsnachfolger Niersbach, Linsi und der frühere DFB-Generalsekretär Schmidt bestreitet der ehemalige DFB-Präsident sämtliche Vorwürfe.

Zwanziger (74), Schmidt (78) und Linsi (70) sind wegen Betruges, Niersbach (69) wegen Gehilfenschaft zum Betrug angeklagt. Im Kern geht es um eine Überweisung des DFB im Jahr 2005 in Höhe von 6,7 Millionen Euro über die Fifa an den inzwischen verstorbenen Unternehmer Robert Louis-Dreyfus.

Das Geld wurde als Beitrag für eine Gala zur WM 2006 deklariert, die nie stattfand. Im Jahr 2002 hatte der damalige WM-Organisationschef Franz Beckenbauer ein Darlehen von Louis-Dreyfus in gleicher Höhe erhalten, das schliesslich auf Konten des damaligen Fifa-Finanzchefs Mohamed bin Hammam verschwand. Wofür, ist unklar.

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