Generationenwechsel

Bänz Friedli war in seiner Jugend schlimmer als die Jungen heute

Gegen das Besäufnis, das Bänz Friedli am Eidgenössischen Turnfest 1984 erlebte, ist jeder heutige Botellon eine Kindergartenveranstaltung - sagt er (Archiv)

Gegen das Besäufnis, das Bänz Friedli am Eidgenössischen Turnfest 1984 erlebte, ist jeder heutige Botellon eine Kindergartenveranstaltung - sagt er (Archiv)

Kabarettist und Kolumnist Bänz Friedli - «Hausmann der Nation» - findet, die Jugend von heute sei bräver als seine eigene Generation dazumal. Er habe gesprayt, gekifft und gesoffen, gesteht er - und Beziehungen mit so dummen Sprüchen beendet, dass ihn heute schaudert.

Er staune darüber, wie sensibel die heutigen Jugendlichen mit ihren Freunden und Freundinnen Schluss machten, sagte der 50-Jährige der "SonntagsZeitung". Er und seine Kollegen schickten jeweils Mädchen mit dem Kuno-Lauener-Zitat "Cha nümm mit dir zäme sy" in die Wüste.

Nicht nur die Jugendlichen, auch die Rechten sind seiner Beobachtung nach in gewisser Hinsicht besser als ihr Ruf. So habe SVP-Präsident Toni Brunner auf seine Veräppelung durch Friedli im Radio gelassen reagiert: "Sie glatter Chog! Der Chabis, den Sie wieder über mich erzählt haben!"

Linke dagegen "verklagen dich sofort", hat der Publizist erfahren müssen. So geschehen durch den Genfer Grünen-Nationalrat Antonio Hodgers. Die von diesem angestrebte Rassismusklage kam dann doch nicht zustande: Der Romand beherrschte nur mangelhaft Deutsch und hatte einen Sketch falsch verstanden.

Demnächst erscheint der vierte und letzte Band der "Hausmann"-Kolumnen, die Friedli für das Migros Magazin verfasste. Die Sammlung heisst "Es gibt Tage, da sind alle Menschen blau und sprechen Chinesisch".

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