Klassische Musik

Barenboim empfindet Stille in der Schweiz als «intensiv und dicht»

Bald in Luzern: Dirigent Daniel Barenboim (Archiv)

Bald in Luzern: Dirigent Daniel Barenboim (Archiv)

Dirigent Daniel Barenboim, der Mitte August für zwei Konzerte seines West-Eastern Divan Orchestra in Luzern erwartet wird, schätzt das Schweizer Publikum. Es sei sehr international. Und sehr gut, wie er beim Zuhören merke, erklärte der 70-Jährige.

"Von der Bühne aus kann ich eine gelangweilte Stille sehr gut von einer konzentrierten Stille unterscheiden. In der Schweiz ist die Stille nie leer. Sonder gesammelt, intensiv und dicht", sagte Barenboim gegenüber der "SonntagsZeitung".

Das West-Eastern Divan Orchestra setzt sich aus Juden, Muslimen und Christen zusammen. Trotz seines Engagements für Versöhnung im Nahen Osten glaubt der israelisch-argentinische Dirigent nicht an ein absehbares Ende des dortigen Konflikts: "Nicht innerhalb meiner Lebenszeit. Und ich habe nicht so bald vor zu sterben."

Skeptisch äusserte er sich auch über die aktuellen Friedensbemühungen: "Wenn ich lese, dass der US-Aussenminister John Kerry dort war und eine grosse Summe Geld den Palästinensern anbot, so kann ich nur sagen: Kerry hat die Natur des Nahostkonflikts nicht verstanden. Man kann Gerechtigkeit nicht erkaufen."

Er sei jedoch kein politischer Musiker, betonte Barenboim: "Ich bin politisch nur im sozialen Sinne. Taktische Fragen der Politik interessieren mich nicht. Nur die strategischen. Und wissen Sie, was: Das strategische Denken brauche ich sogar als Dirigent."

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