Der Tod von Steve Lee

«Wir haben eben erst noch miteinander gespielt»

Rythmusgitarrist Thomas Muster und Sänger John Prakesh erinnern sich an Steve Lee.

Shakra

Rythmusgitarrist Thomas Muster und Sänger John Prakesh erinnern sich an Steve Lee.

Die Hard-Rock-Band Shakra war mehrmals Vorband von Gotthard. Die Trauer um Steve Lees Tod sitzt tief.

«Wir waren total schockiert, es war, als drücke ein Stein auf die Brust. Mir blieb die Luft weg», schildert Rythmusgitarrist Thomas Muster den Moment, in dem er von der tragischen Nachricht erfuhr.

«Steve war für mich der grösste Rocksänger der Welt», erzählt er. Und so habe Gotthards Musik auch den Sound von Shakra ein Stück weit beeinflusst.

Doch nicht nur Thomas trauert: «Meine Freundin war ebenfalls ein Riesen-Fan. Sie besuchte nicht weniger als 61 Konzerte von Gotthard in der Schweiz und im Ausland».

«Das kann gar nicht sein»

Und Shakra-Sänger John Prakesh erzählt: «Von dem schrecklichen Unfall erfuhr ich auf der Arbeit. Meine erste Reaktion war: ‹Das kann gar nicht sein›. Wir eilten sofort an den Computer und erst, als wir die Nachrichten auf den Newsportalen lasen, realisierte ich: Steve ist tot. Ich war absolut sprachlos».

Erst im letzten Mai hatten Shakra ihren letzten Auftritt mit Gotthard. Gemeinsam schmelzten sie das Eis der Eishalle in Wetzikon. «Das letzte Konzert mit Gotthard war eben erst. Wir hielten hinter der Bühne einen gemeinsamen Plausch und genossen unsere Konzerte», erzählt John.

Auch Thomas trat immer gerne vor Gotthard auf: «Die Bandmitglieder sind sehr nett, sie behandelten uns super, die Gigs waren toll. All das soll jetzt vorbei sein? Unfassbar».

Durch Steve Lees Tod realisierte John auch, wie schnell es gehen kann im Leben. «Man sollte deshalb einfach jeden Moment geniessen. Ich bin immer noch sprachlos. Alle meine Gedanken sind jetzt bei der Familie. Ich wünsche ihr viel, viel Kraft für diese schwere Zeit. Sie hat mein tiefstes Beileid».

«Wo ich Glück hatte, hatte Steve Pech»

Zufällig auf Thomas' Emailadresse angesprochen, erzählt dieser, für was die Zahl 777 in der Adresse stehe: «Vor vielen Jahren habe ich in Las Vegas einen Jackpot geknackt, ein paar hundert Franken gewonnen.» 777 ist die Gewinnkombination am einarmigen Bandit.

«Die Freude war so gross, dass ich die Zahl in meiner Mailadresse verwendete. Jetzt bekommt sie aber unerwartet eine weitere Bedeutung: Dort, wo ich Glück hatte, hatte Steve Pech.» Und John schliesst: «Wenn ich in Zukunft Gotthardsongs abspiele, dann werden sie für mich anders klingen als früher».

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