Chile/Olten
24-jähriger Chilene auf Europa-Reise verschollen - letzte Spur führt nach Olten

Ein Chilene verschwand auf seiner Reise durch Europa. Seine Mutter und Schwester suchen verzweifelt nach dem 24-Jährigen. Gesehen worden ist er offenbar vor einem Monat zum letzten Mal. Die letzte Spur führt nach Olten.

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Seit dem 12. August hat sich der 24-jährige Carlos Gallardo Ramirez nicht mehr bei seiner Familie gemeldet, die Familie reist von Ort zu Ort, um zahlreichen Hinweisen über seinen Verbleib nachzugehen. Die gross angelegte Suche der Familie blieb bis jetzt ohne Erfolg, auch wenn Medien aus aller Welt über das Verschwinden berichteten.

Auf der Facebook-Seite «Encontremos a Carlos - Lets find Carlos» haben zudem mehr als 8200 Menschen auf der ganzen Welt die Suche unterstützt. «Er ist Student und war auf der Reise durch Europa. Vorher war er in Australien», sagt Pedro Pedroche, der die Familie hier in der Schweiz unterstützt.

Keine Erklärung

Carlos hatte in der spanischen Stadt La Coruña ein Austauschsemester gemacht und sich danach auf die Reise durch Europa begeben.

Seine Familie hat Mitte August zum letzten Mal ein Lebenszeichen von Carlos erhalten. Damals hatte sich der 24-Jährige per WhatsApp gemeldet.

Mutter und Schwester von Carlos sind nun extra angereist und hoffen, vor Ort seine Spur aufzunehmen. Am Donnerstagmorgen wurden die beiden in der chilenischen Botschaft in Bern empfangen. Carlos Schwester Marcela hofft auf ein Lebenszeichen. «Dies gäbe uns grosse Hoffnung», sagt sie gegenüber dem Regionalsender «TeleM1».

Mutter Gladys Ramirez kann sich das Verschwinden ihres Sohnes nicht erklären. «Ich weiss nicht, was mit ihm geschehen ist», sagt sie gegenüber «TeleM1». Sie bittet alle Leute, die etwas über den Aufenthaltsort von Carlos wissen, sich bei der Botschaft zu melden. Diese würde alles in ihrer Macht stehende tun, um Carlos zu finden, sagt Botschafter Julio Mendez Olave.

Die letzte Spur von Carlos führt Mutter und Schwester nach Olten, denn jemand hatte den 24-Jährigen am 6. Oktober im Zug von Zürich nach Olten gesehen. In der Dreitannenstadt starteten sie denn auch eine Suchaktion.

Die Familie des vermissten Carlos Gallardo Ramirez am Oltner Bahnhof, wo er angeblich das letzte Mal gesehen worden ist.

Die Familie des vermissten Carlos Gallardo Ramirez am Oltner Bahnhof, wo er angeblich das letzte Mal gesehen worden ist.

Hansruedi Aeschbacher

Die Familie hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung und auch der Behörden. Doch ob Carlos wirklich in Olten war, ist unklar. Es könnte durchaus auch sein, so Pedro Pedroche, dass er in München oder Budapest sei, die Hoffnung aufgeben wolle die Familie aber nicht. Die Suche soll in den nächsten Tagen deshalb auch in Österreich und Deutschland weitergehen.

Die Familie wird sich nun noch mit Interpol treffen, in der Hoffnung, dass Carlos bald gefunden wird. Ansonsten wird die Familie nach eigenen Angaben weiterreisen und weiter auf eigene Faust den Hinweisen nachgehen.

Dass er freiwillig untergetaucht ist, sei ausgeschlossen. Denn sein Kreditkartenkonto habe er seit dem 13. August nicht mehr angefasst und von dort habe er vorher jeweils das Geld für seine Reise abgehoben. (ldu/phf)

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