Schwanenkolonie
254 Kolonialisten trafen sich auf drei Hallwilerseeschiffen zur Generalversammlung der Schwanenkolonie

254 Kolonialisten genossen das gesellschaftliche Beisammensein auf den drei Hallwilerseeschiffen «Brestenberg», «Hallwil», «Seerose». Die Tierfreunde waren sich einig: «Lieber Eier dezimieren als Tiere abschiessen», lautete die Devise.

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Aargauer Zeitung

Margrit Rüetschi

Nach einem ziemlich trüben Donnerstagnachmittag klarte das Wetter gegen Abend auf und der mit Oliven und Steinpilzen verfeinerte Risotto aus der Küche des Seehotels Hallwyl war ebenso delikat wie bis anhin derjenige aus dem Restaurant Schifflände. Wichtige Attribute genug, um die von der Husmusig vom Rietiberg untermalte Generalversammlung der Schwanenkolonie zum guten Gelingen zu bringen. 254 Kolonialisten genossen das gesellschaftliche Beisammensein auf den drei Hallwilerseeschiffen «Brestenberg», «Hallwil», «Seerose».

Unter dem Präsidium von Präsident Willy Lanz wurde der geschäftliche Teil mit der Genehmigung des Protokolls und dem Verlesen des Jahres- und des Kassaberichts zügig abgewickelt. Es war geplant, dass der seit vielen Jahren mit Herzblut wirkende Präsident auf die Generalversammlung hin seine Demission aus Altersgründen einreichen würde. Leider gestaltet sich die Nachfolge etwas schwieriger, als man es sich vorgestellt hatte.

Designierte Nachfolgerin
In der Person von Priska Kaufmann aus Fahrwangen hat man unterdessen eine Nachfolgerin gefunden, die sich während eines Jahres einarbeiten und sich erst an der nächsten Generalversammlung definitiv zur Wahl stellen möchte.

Vorerst wurde die zukünftige Präsidentin von den Kolonialisten (unter Tagespräsident Heinz Siegrist) als Beisitzerin im Schwanen-Gremium gewählt. Im gleichen Zug wurde Willy Lanz das Vertrauen für ein weiteres Amtsjahr ausgesprochen.
Die mittlerweile im Freiamt wohnhafte, langjährige Aktuarin Yvonne Koller zieht sich aus den Amtsgeschäften zurück. An ihre Stelle wurde Helena Häfeli aus Meisterschwanden gewählt. Anstelle von Ortsvertreterin Anna Maria Gautschi, Meisterschwanden (früher Birrwil), nimmt Verena Christen aus Birrwil Einsitz im Vorstand. Die Schwanenkolonie zählt mittlerweile 690 Mitglieder. Im letzten Jahr konnten 25 Neueintritte verzeichnet werden.

Vogelgrippe kein Thema
Dem Jahresbericht von Hans Häfeli konnte man entnehmen, dass wegen des strengen Winters mehr Schwäne eingegan-gen sind als in den Vorjahren. So mussten fünf verstorbene Schwäne in die Kadaverentsorgung gebracht werden. Sechs kränkelnde Schwäne wurden vom Fuchs geholt. Die Vogelgrippe sei glücklicherweise kein Thema mehr gewesen, sagte Häfeli mit Erleichterung. Gegenwärtig beläuft sich der Schwanenbestand auf dem Hallwilersee auf 53 Schwäne.

Auf dem ganzen See wurden neun Nester gebaut und in sieben Nester Eier gelegt. Nebst der Inspektionsfahrt vom 17. Mai waren vier Kontrollfahrten und diverse Hilfeleistungen nötig. En passant erfuhr man, dass neben Milanen, Krähen, Füchsen, Hechten vor allem der Fischersilk eine grosse Gefahr für die Schwäne darstellt. So musste bei der Schwanenfamilie aus Seengen zuerst das Männchen wegen Fischersilk verarztet werden, wenige Tage später musste ein Jungschwan aus der gleichen Familie wegen einer verschluckten Angel eingeschläfert werden. «An die Hobbyangler ergeht der dringende Appell, dass sie sich beim Fischen mehr auf die Fische konzentrieren sollen als auf das Verletzen der Enten und Schwäne», folgerte der Schwanenvater.

Weiterhin Eier dezimieren
Nach wie vor laufen Gespräche mit dem «Schwanen-Management» des Kantons. So habe man sich mehrmals mit den Verantwortlichen aus Aarau getroffen, erfuhr man vom Vorstand. Nach wie vor sei man überzeugt, dass das seit dreissig Jahren praktizierte Dezimieren der Eier sinnvoll sei und man nicht warten müsse, bis die Tiere wegen Überpopulation von den Jägern zum Abschuss freigegeben werden müssen, erklärte Hans Häfeli bestimmt.

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