Abfuhr für Park and Ride

Meinungsäusserungen der Parteien im Vorfeld liessen nichts Gutes erahnen, und so kam es denn auch: Der Einwohnerrat Baden lehnte die Vorlage für eine Park-and-Ride-Anlage (P+R) im Ruschebach mit Stichentscheid der Präsidentin ab.

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Abfuhr für Park and Ride

Abfuhr für Park and Ride

Andreas Tschopp

Es hätte eine kantonale Premiere werden sollen für den Umstieg vom Auto auf den Bus, das P+R-Projekt am Stadtrand von Baden im Gebiet Ruschebach im Kappelerhof. Doch bei der Beratung der Vorlage für gut 1 Million, die dem Fonds für Parkplatzersatzabgaben hätten entnommen werden sollen, zeigte bereits das Votum von Finanzkommissionspräsident Erich Obrist, dass das aus den 90er-Jahren stammende Projekt einen schweren Stand hat. Weil der Umsteigeeffekt nicht gefördert werde und ein Betriebskonzept für die Anlage mit 44 Plätzen fehle, sprach sich die Fiko nur mit 5 zu 3 Stimmen dafür aus.

Bei der SP habe die Vorlage «Stirnrunzeln und Kopfschütteln» ausgelöst, sagte Sprecher Jürg Caflisch und betonte, dass die Anlage auf der falschen Limmatseite geplant sei und doch besser in Waldshut stehen würde. «1992 hätten wir vielleicht noch zugestimmt, doch heute sind wir 18 Jahre klüger», erklärte Beatrice Schilling namens der Grünen. Sie bezeichnete den Standort auch als «absolut ungünstig» und rief nach einem regionalen Parkraumkonzept. Die Sprecher von Grünliberalen und team stimmten in den Chor der Kritiker ein.

Das Projekt sei «sicher nicht der Super-Mega-Hammer, aber im Interesse des Quartiers», entgegnete Reto Huber (CVP) und unterstützte damit Matthias Gotter, der sich als Kappelerhöfler dafür starkmachte. Das taten für die FDP auch Johannes Jenny und Conrad Munz. Wie Letzterer betonte, könnte die Anlage im Ruschebach bald «Gold wert sein, wenn der Schulhausplatz umgebaut wird». Für die SVP leistete Serge Demuth seinen bürgerlichen Vorrednern Support.

«Wir haben nicht die Wunderwaffe», meinte Stadtrat Kurt Wiederkehr. Er versuchte das P+R-Projekt mit Verweis darauf, dass die Nachfrage sicher wäre, der Kanton an einem übergeordneten Konzept auch mit Waldshut arbeite und das regionale Parkraumkonzept anders ausgerichtet habe, zu verteidigen. Nach dem letzten Rettungsaufruf von Peter Heer (FDP) ergab sich ein 22:22-Patt, das Präsidentin Ruth Müri (team) dann ins Nein kippte. Seite 29, Kommentar rechts

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