Dom
An der Madonna wird herumgefeilt

Die Steinmetze kümmern sich zurzeit um die Stuckaturen am Arlesheimer Dom. Nächste Woche wird das Dach saniert.

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Fassade

Fassade

bz Basellandschaftliche Zeitung

Muriel Mercier

Seit rund einem Monat und noch für weitere acht Wochen sanieren Handwerker den Arlesheimer Dom. Der hintere Teil ist bereits abgeschlossen. Nun klettern Steinmetze auf den Baugerüsten an der Hauptfassade herum und bessern Stuckaturen aus, die bröckeln. Die Figuren und Ornamente sind Opfer von Wind, Wetter und Umweltverschmutzung, im Speziellen von der schlechten Luft, erklärt Dombauchef Alois Schmidlin. Immerhin liegt die letzte Sanierung der Fassade 28 Jahr zurück.

Eine der Statuen, an der ein genauer Beobachter abgebrochene Stellen entdeckt, ist die Madonna oberhalb der Eingangstüre. Aber auch die Kirchenuhr wird demnächst vom Steinmetz unter die Lupe genommen. «Sie leidet unter Abplatzungen», sagt Schmidlin, der stolz ist, schweizweit einziger Bauchef bei einem Dom zu sein.

Am Arlesheimer Dom liegt der Bevölkerung sehr viel. Er ist das Wahrzeichen der Gemeinde. Ein Kulturdenkmal, Identifikation für jeden Einwohner. Niggi Thurnheer, Präsident des Kirchgemeinderates, fallen immer mehr Substantive ein, um die Bedeutung des Domes für die Arlesheimerinnen und Arlesheimer erklären. «Die Faszination entsteht über die Gesamtausstrahlung des Doms. Vor der Kirche der grosse, schöne Platz, daneben die Domherrenhäuser.»

Begräbnisse halten auf

Am kommenden Montag werden Dachdecker und Spengler aufgeboten. «Auf dem Dach haben sich Bleche gelöst, die ersetzt werden. Weil sie durchgerostet sind, dringt Regenwasser in die Mauern und der Stein löst sich», weiss Thurnheer. Auch werden einige Ziegel ausgetauscht, ergänzt Schmidlin.

Das Sanierungsteam unter der Leitung des Fachmanns Schmidlin liegt mit seinen Reparaturen genau im Zeitplan. Am Anfang sind sie beim Gerüsteaufbau zwar ins Hintertreffen geraten, weil zu wenig Arbeiter aufgeboten wurden. Aber: «Die Lücke haben wir längst wieder aufgeholt.»

Ein wichtiger Faktor, dass die Restaurateure produktiv arbeiten können, ist das Wetter. Sollte es in den nächsten Tagen nicht trocken bleiben, müssen Dachdecker und Spengler ihre Arbeiten einstellen. Auch kirchliche Anlässe verbieten es den Handwerkern, ihrer Aufgabe nachzugehen. «Sie können nicht lärmen, wenn Beerdigungen stattfinden.»

Nicht nur Schmidlin und Thurnheer freuen sich, wenn der Dom wieder in «geflickter» Frische erstrahlt. Auch Pfarrer Daniel Fischler schaut dem Tag mit Vorfreude entgegen. Dass er es als selbstverständlich empfindet, Kirchen laufend zu sanieren, bestätigt Thurnheer.

«Regelmässige Pflege ist wichtig, damit das alte Gebäude nicht in sich verfällt. Natürlich würde zum jetzigen Zeitpunkt nichts einstürzen. Aber wir müssen präventiv arbeiten.» Ziel von Alois Schmidlin ist es, in den nächsten 15 bis 20 Jahren keine Verbesserungsarbeiten am Dom vornehmen zu müssen.

Sind die laufenden Renovationsarbeiten abgeschlossen, geht es sofort weiter mit anderen Sanierungsvorbereitungen. «Im Jahr 2011 untersuchen wir, was in der Kirche drin renoviert werden muss. Wenn alles gut geht, können wir im Jahr 2012 mit den Arbeiten beginnen.»

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