Altreu

«Anlegen ist nicht so einfach»

Muss saniert werden: Die Tage des Steges in Altreu sind gezählt. Fährfrau Regina Anderegg und Simon Winkelhausen (Präsident FörderdervereinAaarefähre) evaluieren neue Lösungen. rm

Aare

Muss saniert werden: Die Tage des Steges in Altreu sind gezählt. Fährfrau Regina Anderegg und Simon Winkelhausen (Präsident FörderdervereinAaarefähre) evaluieren neue Lösungen. rm

Bereits konnten 8300 Billette verkauft werden und noch ist die Saison nicht zu Ende. Die Aarefähre wird weiterhin rege benutzt, muss aber auch investieren. Der Anlegesteg in Altreu wird ersetzt. Zudem sind neue Fährleute gesucht.

Rahel Meier

«Es hat sich bewährt, dass wir die Saison der Aarefähre bereits an Ostern eröffnen», ist sich Regina Anderegg, Fährfrau und Vizepräsidentin des Fördervereins Aarefähre sicher. Sobald im Frühling die Sonne scheine würden die Leute nach draussen gelockt und davon könne die Fähre profitieren. «Auch schöne Sonntage bescheren uns viele Passagiere.» Im Herbst habe das Geschäft dagegen eher abgenommen.

Während der ersten Betriebsjahre sei ein Veloboom feststellbar gewesen- Altreu und die Aarefähre sind in den offiziellen Veloführern aufgeführt. «Heute verdienen wir mehr Geld mit den Touristen hier vor Ort, die nicht von einem Ufer zum anderen wollen, sondern sich einfach die Gegend von der Aare aus ansehen möchten.» Diese so genannten Rundfahrten waren lange Zeit ein Streitpunkt zwischen den Betreibern und den Behörden. Seit es in Solothurn aber ähnliche Angebote gebe, sei dies kein Thema mehr. Zu den Rundfahrten kommen seit einiger Zeit auch Fondue-Fahrten und Apéro-Fahrten, für die das Boot gemietet werden kann. «Die Fähre wird sozusagen mehr für den Genuss, als als Transportmittel genutzt.»

Tatsächlich konnte die Aarefähre heuer vom oft guten Wetter profitieren. Bis gestern Mittag waren 8300 Billette verkauft. Und noch geht die Saison weiter. Bis Anfang der Herbst-Schulferien fährt das Boot, ausser Montag, jeden Tag. Im Oktober dann noch zweimal an den Wochenenden.

«Braucht Übung»

Die Aarefähre zu steuern und vor allem das Anlegemanöver am Steg in Altreu ist nicht so einfach, wie sich das manche vorstellen. «Die Strömung kann hier recht tückisch sein», so Fährfrau Regina Anderegg. Wer das Boot steuern will braucht einen Schiffsführerausweis Kategorie A. «Wir fahren mit Passagieren und dürfen keine Risiken eingehen.» Die Fährleute müssen zudem auch gewisse Büroarbeiten verrichten. Reich wird man als Fährmann zwischen Altreu und Leuzigen auch nicht. «Die Fährleute haben seit einigen Jahren einen Grundlohn von sechs Franken pro Stunde. Der Rest ihres Lohns ist umsatzabhängig», erklärt Simon Winkelhausen (Präsident Förderverein Aarefähre). Trotzdem hätten sich auf das letzte Inserat in dem Fährleute gesucht werden, recht viele Interessierte beworben. «Wir brauchen einen gewissen Grundstock an Personal», so Anderegg. Heute decken sechs Personen den Fährbetrieb ab. Aber: Die Fährleute der ersten Stunde würden sich jetzt langsam aus dem aktiven Fährleben zurückziehen. In der Hochsaison fährt die Aarefähre an sieben Tagen pro Woche, von morgens acht Uhr, bis abends acht Uhr. Dazu kommen gelegentlich Abendeinsätze für Spezialfahrten. Der unregelmässige Arbeitseinsatz und der geringe Lohn bringe es mit sich, dass oft Pensionierte den Job übernehmen. «Das wiederum erklärt, wie die Mitarbeiterfluktuation bei uns eher höher ist», so Winkelhausen.

Unterstützung durch Selzach

Die Aarefähre konnte letztes Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiern. «Wir merken, dass das Boot in ein gewisses Alter kommt, die Reparaturen nehmen gehäuft zu», so Winkelhausen. Der Motor musste letztes Jahr ersetzt werden. Die Scheiben werden durch die Witterung blind und müssen ersetzt werden. «Wir denken über die Anschaffung eines neuen Bootes nach», so Winkelhausen. Vorerst steht aber die Sanierung des Steges in Altreu an. Diese kostet gegen 10000 Franken. «Bei einem Budget von total 40000 Franken ist das doch ein rechter Betrag. Wir sind darum froh, dass wir von unseren Gönnern und vor allem auch durch die Gemeinde Selzach grosszügig unterstützt werden.» Ob es wieder einen Holzsteg gibt, oder ein anderes Material eingesetzt wird, wird noch evaluiert.

www.aare-faehre.ch

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