Lokal an der Bäderstrasse
Aus dem «Barkur» wird das «Molokko»

Das Lokal an der Bäderstrasse in Baden wird von neuen Betreibern umgebaut und im August eröffnet.

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Aargauer Zeitung

«Klar ist die Lage schwierig ohne Laufkundschaft. Doch wir wollen etwas Spezielles bieten und setzten auf den bevorstehenden Aufschwung im Bäderquartier», sagt Thomas Hartmann. Er hat zusammen mit Anthony Wyss, Fabian Bosshard und Ramon Schraner die Papa Chulo Entertainment GmbH gegründet und bisher vor allem im Nordportal Partys veranstaltet.

Doch nun wird die GmbH auch eine Bar mit Lounge eröffnen. Dies an der Bäderstrasse 21 in den Räumen des «Barkur». Zwei Jahre lang hat der ehemalige «Seerose»-Wirt Markus Widmer («Schnäggli») dieses Lokal geführt, ehe er im Mai mit zwei Partnern neu den «Rebstock» in der Halde übernahm (die AZ berichtete). Widmer, der es für «nicht mehr tragbar» hielt, weiter an so abgelegener Lage zu wirten, hat aber noch einen drei Jahre gültigen Mietvertrag und musste deshalb Nachmieter finden für das Lokal in den Bädern.

Die Papa Chulo Entertainment GmbH hat die Übernahme gewagt und ist nun daran, die Räumlichkeiten umzubauen. Es werden Wände gestrichen, neue Böden eingelegt und die elektrischen Anlagen verbessert. Dabei würden ihnen viele Kollegen helfen, erklärt Thomas Hartmann, der mit seinen Partnern auch viel selber macht.

Umnutzungsgesuch gestellt

Finanziert werde der Umbau aus dem Erlös ihrer Partys, betonen Hartmann und Wyss. Die Wiedereröffnung der Bar mit Lounge im Keller ist Anfang bis Mitte August geplant, dies unter dem Namen «Molokko». Dieser sei angelehnt an Stanley Kubricks Kultfilm «Clockwork Orange», erklärt Hartmann. In Spaniens Hauptstadt Madrid existiert unter gleichem Namen ein Disco-Club. Ein solcher soll aber nicht entstehen, beteuern die Betreiber des Badener «Molokko».

Das hat seinen Grund, und der liegt im Keller der Liegenschaft Bäderstrasse 23. Dieser ist über eine Stufe direkt zugänglich von der Nummer 21 und wird seit vielen Jahren gemeinsam genutzt. Beim «Barkur» gab es nach dem Stopp des Durchgangsverkehrs über die Schiefe Brücke jedoch Lärmklagen aus der Nachbarschaft an die Stadt. Die Verwaltung schaute genauer hin - und stellte fest, dass nie ein Umnutzungsgesuch gestellt worden war für den Gewölbekeller. Also musste dies nachgeholt werden vom Hauseigentümer.

«Fast zu still geworden»

Das ist der Musiker Nic Niedermann, der zusammen mit seiner Frau auch Eigentümer des Erdgeschosses in der Nummer 21 ist. Er wolle jungen Leuten die Chance geben, eine Bar in geordnetem Rahmen zu führen im Bäderquartier. Dort sei es nach dem Wegfall des Durchgangsverkehrs «fast zu still geworden», meint Niedermann, der seit 2006 Hauseigentümer ist. Als solcher betont er im Gesuch, dass damit ein seit 15 Jahren bestehendes «Gewohnheitsrecht legalisiert wird».
Zudem werde beim Umbau die Schallisolation verbessert im Keller, der auch zur Entlastung des Barraums diene. Dennoch wurden während der Auflage des Kellerumnutzungsgesuchs «mehrere Einsprachen erhoben», so Thomas Hartmann. Die Verhandlungen mit den Einsprechern finden im August statt. «Notfalls machen wir halt nur die Bar auf», betonen die Betreiber des «Molokko», welche nun zuversichtlich auf den Support der Stadtbehörden hoffen. (atp)

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